Pavillon im Garten – das sollte man wissen

Ursprünglich stammt die Bezeichnung Pavillon aus der militärischen Sprache und bezeichnete ein Kriegszelt. Später, ab dem 18. Jahrhundert wurden hauptsächlich leichte Bauwerke in Gärten und Parks sowie Nebengebäude als Pavillons bezeichnet. In unserem heutigen Sprachgebrauch ist meist die Rede von Gartenpavillons oder Pavillonzelten, wie sie bei Messen oder privaten Feiern zum Einsatz kommen. Allerdings gibt es auch feste Bauten, die zur Überdachung der Sitzlandschaft im Garten oder als Alternative zur Garage genutzt werden. Dann kann unter Umständen eine Baugenehmigung erforderlich sein. Bevor Sie sich einen Pavillon kaufen und aufbauen, ist es daher wichtig, sich zunächst mit den unterschiedlichen Varianten und den gesetzlichen Bestimmungen zu beschäftigen.

Pavillon Garten: Verschiedene Pavillonarten

Der Nutzen eines Pavillons im Garten ist unumstritten. Je nach Ausführung dient er als wetterschützende Überdachung für eine gemütliche Sitzecke im Garten, als Schattenspender an heißen Sommertagen oder als Unterstand für Auto, Fahrräder, Kinderspielzeug und vieles andere mehr. Auch fungieren sie im Garten als Sichtschutz, um die Privatsphäre auf dem eigenen Grundstück zu erhöhen. Welcher Pavillontyp der richtige ist, hängt vom vorgesehenen Verwendungszweck ab.

Pavillon Zelt: die unkomplizierte Lösung für Spontane

Der mobile Gartenpavillon besteht meist aus einem leichten Aluminiumgestänge sowie einer kuppelförmigen Überdachung und hat je nach Modell entweder 2 oder 4 Seitenwände aus wetterfestem Stoff oder Zeltplane (Kunststoff). Ein solches Pavillon Faltzelt ist in diversen Größen erhältlich.

Gängig sind diese Maße:

  • Pavillon 3×3 m
  • Pavillon 3×4 m
  • Pavillon 4×4 m

Darüber hinaus stehen diese Zeltpavillons auch in weiteren Größen wie 3×6 m oder 4×6 m zur Auswahl. Der größte Vorteil ist die unkomplizierte Bauweise sowie der schnelle Auf- und Abbau:

  • Das Gestänge wird zusammengesteckt.
  • Das Pavillondach wird oben über das Gestänge gelegt.
  • Optional werden eine oder mehrere Seitenteile eingezogen.

Bei Bedarf kann mit Heringen und Zeltschnüren eine Bodenverankerung vorgenommen werden, damit das Pavillonzelt auch bei Wind sicher aufgestellt werden kann. Mit etwas Übung und zu zweit lässt sich der Auf- und Abbau in ca. 20 bis 30 Minuten erledigen, sodass sich der Aufbau auch dann rentiert, wenn der Gartenpavillon nur für den Sommer, für eine Gartenparty oder eine Hochzeitsfeier genutzt werden soll.

  • Wer nur einmal ein Partyzelt benötigt, hat die Möglichkeit, bei einem Catering-Unternehmen, einem Bierzeltverleih oder einem Getränkelieferant einen Gartenpavillon zu mieten.
  • Ist von gelegentlicher Verwendung auszugehen, kann ein Pavillon günstig kaufen (z. B. im Discounter, Baumarkt, Gartencenter, Internet).
  • Soll der Pavillon über den gesamten Sommer als Schattenspender oder als Unterstand für eine gemütliche Gartenlounge genutzt werden, lohnt es sich, bei der Anschaffung auf eine bessere Qualität zu achten. Dabei spielt insbesondere die Folienstärke eine wesentliche Rolle.

Sinnvoll sind hier auch Seitenwände mit Sichtfenster und einer Tür. So kann der Pavillon ganzjährig auch bei Wind, Kälte und im Winter genutzt werden.

Insbesondere bei ganzjähriger Nutzung empfiehlt es sich, ein wasserdichtes Faltzelt auszuwählen. Dieses unterscheidet sich zu reinen Sommerpavillons durch die Verarbeitung der Nähte und der Beschichtung. Zwar sind wasserdichte Pavillons in der Anschaffung teurer, doch die Nähte sind versiegelt und die einzelnen Planen des Gartenpavillons sind speziell mit PU bzw. mit PVC versiegelt, um eine gute Wasserdichtigkeit zu erzielen. Mehr Informationen dazu erhalten Sie auf der Website https://www.faltpavillon-wasserdicht.de.

Selbstverständlich ist bei dieser Pavillonart maximale Flexibilität und vielseitige Nutzung möglich. So kann der Faltpavillon nicht nur im Hausgarten sondern auch im Schrebergarten aufgebaut, beim Flohmarkt genutzt oder im Urlaub mit auf den Campingplatz genommen werden. Dann sollte unbedingt auf Gewicht und Packmaß geachtet werden.

Pavillon Holz: Der beliebte Unterstand für KFZ und Fahrräder

Eine feste Garage ist für viele Eigenheimbesitzer der beliebteste Fahrzeugunterstand. Er bietet guten Einbruchsschutz und bringt im Winter den Vorteil, dass das Auto vor Hagel geschützt ist und die Autoscheiben nicht zugeschneit oder vereist sind.

Allerdings hat eine geschlossene Garage einige Nachteile. Sie ist in der Anschaffung recht teuer und wirkt auf manchen Grundstücken einfach zu wuchtig und zu massiv. Hier kann ein Holz Pavillon mit festem Dach eine tolle Alternative sein, die sich harmonisch in den Garten integrieren lässt.

Das Pavillongerüst wird aus Holzbalken errichtet und mit einem Dach aus Holz versehen. Eine luftige Bauweise ist möglich. Durch Begrünung mit Efeu, Weinrebe oder anderen Rankpflanzen fügt sich der Holzpavillon harmonisch in die natürliche Umgebung des Gartens ein.

Ein Holzpavillon ist jedoch ein fester Bau, der in der Regel ein solides Fundament benötigt, um dauerhaft notwendige Stabilität zu erreichen. Meist wird zum Aufbau das Fundament in einer Ausschachtung mit Zement aufgegossen. Dafür ist in vielen Kommunen gemäß der Bauordnung eine Schachtgenehmigung erforderlich, die unbedingt vor dem Bauprojekt einzuholen ist. Liegt keine dementsprechende Genehmigung vor, droht im schlimmsten Fall ein von der Behörde geforderter Abriss und eine Entfernung des Fundaments.

Pavillon Metall & Stein: Dauerhafte Gebäude im Garten

Aus Metall, Betonpfosten und Mauersteinen kann ebenfalls ein Pavillon im Garten errichtet werden. Dies sind dauerhafte Gebäude, die das eigene Grundstück formvollendet bereichern. Dem Grundstücksbesitzer ist freigestellt, wie und in welcher Form er solche Pavillons benutzen möchte.

Sehr beliebt ist es, das Gebäude als Fahrzeugeinstand zu verwenden. Der Vorteil: Als Alternative zur Garage ist der Pavillon günstig. Eine kombinierte Nutzungsvariante ist ebenfalls möglich.

Bei entsprechender Planung kann ein fester Pavillon ganzjährig zum Unterstellen von Fahrzeugen aller Art Verwendung finden. Ebenso kann ein Abstellplatz für Mülltonnen, eine Mülltonnebox, ein überdachter Grillplatz sowie eine überdachte Lösung für Gartenmöbel integriert werden.

Auch können hierbei Form und Größe bereits in der Bauplanung weitestgehend frei geplant werden – insofern die kommunalen Baubestimmungen Berücksichtigung finden.

Möchten Sie aus Metall oder Gestein einen Pavillon bauen, ist es zwingend erforderlich, beim zuständigen Bauamt im Vorfeld das Bauvorhaben vorzustellen und sich schriftlich zu informieren, inwieweit Sie eine Baugenehmigung einholen müssen.

Wann braucht man für den Pavillon eine Baugenehmigung?

Wer sich für den eigenen Garten ein Pavillon kaufen möchte, kann zwischen verschiedenen Bauarten auswählen. Ob dabei eine behördliche Genehmigung erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Bautyp ab.

Der wesentliche Unterschied ist darin zu sehen, ob es sich beim Pavillon um einen festen Bautyp oder um sogenannte fliegende Bauten handelt.

Lesetipp: TÜV Nord – Was sind Fliegende Bauten?

Fliegende Bauten bestehen – im Gegensatz zu feststehenden Gebäuden – aus verhältnismäßig leichten Materialien. Sie sind so konzipiert, dass sie mit relativ wenig Aufwand und in kurzer Zeit aufgebaut und abgebaut werden können. Sie sind somit hauptsächlich für kurze Verwendung.

Der Gesetzgeber unterscheidet jedoch zwischen genehmigungspflichtigen und genehmigungsfreien fliegenden Bauten.

  • Entscheidet man sich für ein Pavillon Zelt unterhalb einer Grundfläche von 75 m2, zählt dieses zu den nichtgenehmigungspflichtigen fliegenden Bauten und bedarf in der Regel keine Baugenehmigung.
  • Ebenfalls ist die Höhe des “Gebäudes” ausschlaggebend. Ab einer Höhe, die 5 Meter überschreitet, kann eine Ausführungsgenehmigung für Pavillons erforderlich werden.
  • Des Weiteren spielt auch die Dauer des Aufbaus der baulichen Anlage eine Rolle. Bei einer Standzeit ab 3 Monate bzw. ab 6 Monate kann eine Bauerlaubnis notwendig sein.

Pavillon aufbauen – im Schrebergarten oder bei Mietwohnung

Möchte man im Schrebergarten oder hinter dem Haus einer Mietwohnung einen Pavillon aufbauen, sollte man stets eine Erlaubnis dazu einholen. Haben Sie über einen Kleingartenverein einen Garten gepachtet, sollte der Pachtvertrag einen dementsprechenden Passus beinhaltet. Dennoch ist anzuraten, sich mit dem Verpächter des Gartens abzusprechen, inwieweit das Aufstellen eines Pavillons zulässig ist und welche Regeln zu beachten sind.

Ähnlich verhält es sich, wenn Sie in einer Mietwohnung leben und auf dem Grundstück vor oder hinter dem Mietshaus beispielsweise für ein Nachbarschaftsfest, eine Geburtstagsfeier oder eine Hochzeitsfeier ein Zelt oder Gartenpavillon aufbauen wollen.

Sprechen Sie sich mit dem Vermieter und mit Ihren Nachbarn ab, um Arger zu vermeiden.

Gleiches gilt, wenn Sie als Gewerbetreibender vor Ihrem Ladenlokal ein Pavillon aufstellen möchten. Hier ist eine Absprache mit dem Immobilienbesitzer und mit der Stadtverwaltung bzw. mit der Kommune notwendig.
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