Kiwi pflanzen: Worauf muss man bei Kiwipflanzen im eigenen Garten achten?

Kiwis aus dem eigenen Garten

Kiwis aus dem eigenen Garten
Die Kiwi (Actinidia) ist eine köstliche Frucht, die aus Asien stammt und seit Mitte der 1980er Jahre hauptsächlich aus Neuseeland nach Europa importiert wird. Auch als Chinesische Stachelbeere bekannt, ist das grüne, leicht säuerlich schmeckende Fruchtfleisch sehr beliebt. Es kann roh verzehrt, auf Kuchen gelegt oder zu Marmelade zubereitet werden. Leider werden Kiwi-Fans oft enttäuscht, wenn sie im Lebensmittelgeschäft zu dieser Frucht greifen. Vorzeitig geerntet ist das ansonsten weiche und saftige Fruchtfleisch steinhart und der tolle Kiwigeschmack fehlt. Deshalb möchten immer mehr Hobbygärtner Kiwis aus dem eigenen Garten ernten.

Zwar können Kiwipflanzen inzwischen auch in Europa angebaut werden. Allerdings gelten Kiwipflanzen als sehr anspruchsvoll. Das vollmundige Versprechen der meisten Pflanzenhändler, problemlos Kiwis im Garten anbauen zu können, führen fast immer zur Enttäuschung der Hobbygärtner. Denn nur selten gelingt es, dass die Kiwipflanze Früchte trägt. Aber warum entwickelt die Kiwi keine Früchte?

Kiwipflanzen – anspruchsvolle Gartenfrüchte?

Es gibt viele Gründe, warum Gärtner und Hobbygärtner Kiwis aus dem eigenen Garten als Meisterdisziplin empfinden. Zahlreiche Gärtnereien bieten Kiwipflanzen mit dem allzu wohlklingenden Versprechen an, Kiwis zu ziehen, sei ein Kinderspiel.

Dass dieses Vorhaben, schon nach kurzer Zeit Kiwis aus dem eigenen Garten ernten zu können, beinahe schon zum Scheitern verurteilt ist, ist eigentlich vorprogrammiert. Gärtner warten oft Jahre lang auf die versprochen Kiwiernte und beklagen, dass die Kiwipflanze selbst nach Jahren nicht blühen will.

Sehr hilfreiche Tipps zum Anbau von Kiwi sowie fundierte Informationen, weshalb die Kiwipflanze keine Blüte trägt, findet man in den Seiten vom Pflanzenversand Lubera. Wir möchten Ihnen hier eine kleine Zusammenfassung aus dem Fachartikel anbieten.

Kiwis Kiwipflanzen Garten blühen

Kiwipflanzen am häufigsten reklamiert

Der Pflanzenversand Lubera teilt unverblümt mit, dass die Kiwipflanzen mit zu den am häufigsten reklamierten Pflanzen gehören. Dies erstaunt.

Welches Unternehmen räumt ein, dass es zu einem Produkt Reklamationen gibt. Doch diese löbliche Offenheit zeigt auch, dass es schwierig ist, Kiwis im Garten zum Blühen zu bringen. Häufig reklamieren Kunden, dass die Kiwipflanze nicht trägt und erst bei Nachfragen durch das Lubera-Team zeigt sich, dass die Pflanze keine Blüte getragen hat. Ohne vorige Blüte kann die Kiwi keine Früchte ausbilden.

Warum Kiwis keine Blüte entwickeln

Die Kiwi blüht nicht. Das ist kein ungewöhnliches Phänomen. Bei den Kiwipflanzen dauert es durchaus fünf, sechs und sogar bis hin zu zehn Jahren, bis sich ein Gärtner erstmals an der lange herbeigesehnten Kiwiblüte erfreuen können.

Nach 10 Jahren die erste Kiwiblüte – keine Seltenheit!

Doch bis dahin wird die Geduld eines Gärtners ganz schön auf die Folter gespannt oder man hat bereits die Hoffnung auf das Blühen von Kiwipflanzen aufgegeben. Wer möchte schon so lange von Anpflanzen bis zur ersten Blüte warten – erst recht im Nutzgarten, aus dem man ja selbstangebautes Obst ernten will.

Züchtung im Reagenzglas für träges Wachstum verantwortlich

Wieso die Kiwipflanzen eine so träge Entwicklung nehmen, liegt vornehmlich in der Tatsache begründet, dass die meisten Pflanzen im Reagenzglas und nicht natürlich gezüchtet werden und somit sie im Rückstand zu natürlich gediegenen Pflanzen stehen.

Reagenzglaszüchtung bei Kiwis – einfach, aber nachteilig

Man setzt dennoch auf diese Invitro-Methode, weil sie bei den Kiwis die einfachere Vermehrungsmethode ist und nimmt dabei in Kauf, dass mehrere Jahre lang keine Blüte erfolgt. Mit Stecklingen neue Kiwipflanzen zu ziehen, ist sehr aufwändig und wird deshalb kaum angewandt.

Pflanzenhändler Luberas Konsequenz

Der Onlineversand Lubera hat eine wichtige Konsequenz gezogen. Schon seit 2008 zieht Lubera 90 Prozent seine Kiwipflanzen aus der Stecklingsvermehrung und bietet keine Invitropflanzen mehr an.

Die Kiwis von Lubera gedeihen deshalb schneller und blühen bereits oft schon im zweiten und im dritten Jahr. Das ist ein deutlicher Fortschritt und solche Transparenz eines Unternehmens in der Öffentlichkeit ist vorbildlich und wünschenswert.

Wir möchten Ihnen darüber hinaus auch noch Videos zu Kiwis empfehlen, in denen Sie weitere Informationen und vor allem wertvolle Tipps zur Pflege von Ihren Kiwipflanzen erhalten. Das Problem, dass Kiwis im heimischen Garten keine Blüte tragen, sollte damit ein für allemal der Geschichte angehören.

Kiwi anpflanzen: Immer männliche und weibliche Pflanzen zusammen

Kiwipflanzen sind zweihäusige Gewächse, weshalb grundsätzlich immer zwei Pflanzen angepflanzt werden sollten, damit die Befruchtung der Kiwi gewährleistet ist: eine männliche Kiwipflanze und eine weibliche Kiwipflanze.

Damit Insekten sich zuverlässig um die Befruchtung der Kiwis kümmern, beträgt der Pflanzabstand idealerweise drei bis vier Meter. Die Pflanzung erfolgt ab Mitte Mai und kann bis in den August stattfinden.

Einhäusige oder zweihäusige Kiwisorten?

Zwar werden auch einhäusige Kiwis gezüchtet, die sowohl weibliche wie männliche Blüten haben, allerdings ist der Fruchtertrag bei einhäusigen Sorten oftmals sehr gering. Bevorzugen Sie zweihäusige Kiwis und pflanzen Sie immer männlich und weiblich zusammen in unmittelbarer Nähe an.

Tipp: Möchten Sie viele Kiwis ernten, können Sie eine männliche Kiwi zusammen mit bis zu sieben weiblichen Kiwis pflanzen.

Kiwi Standort Vorbereitung: kühl und feuchtigkeitsspeichernd

Kiwipflanzen benötigten für das Wachstum viel Wasser. Eine Austrocknung des Bodens sollte vermieden werden. Bei der Anpflanzung ist die Erde reichlich mit Rindenmulch zu versetzen und die Pflanzstelle mit Mulch abzudecken. Dies verhindert zu schnelles Austrocknen des Substrats und reduziert an heißen Sommertagen das zu starke Erwärmen des Bodens. Der ideale Standort für Kiwis weist im Winter keinen oder nur mäßigen Wind auf.

Kiwi pflanzen: Freiland & im Pflanzgefäß

Kiwipflanzen können direkt im Garten angebaut oder im Pflanztopf aufgezogen werden, insofern der Pflanzkübel ausreichende Größe aufweist. Der Kübel für die Kiwi sollte mindestens 20 Liter Erde, eher mehr fassen.

Tipp: Es empfiehlt sich ein schwerer Pflanzkübel aus Ton, der ein hohes Eigengewicht aufweist, da Kiwipflanzen Rankehilfe brauchen und viel Blattmasse bilden.

Pflegetipps für Kiwi aus dem eigenen Garten

Damit sich in zwei bis drei Jahren die erste Kiwiblüte entwickelt und die Obstpflanze bald Früchte trägt, ist die richtige Pflege der Kiwi erforderlich. Hier unsere Pflegetipps.

Rankhilfe für Kiwipflanzen

Kiwipflanzen bilden lange Triebe aus und erreichen je nach Kiwisorte eine Wuchshöhe von bis zu 2 Meter.  Ein stabiles Rankgerüst ist erforderlich. Hauptsächlich wird für Kiwis eine breites Rankgerüst mit quer gespannten Drähten verwendet, an denen die starken Triebe festgebunden werden. Bei Anpflanzung an Hauswand, Laube oder Pergola können die Triebe daran fixiert werden. Der Haupttrieb am Stamm wird nach oben gezogen.

Lesetipp: Obstbaum Pilzbefall – was hilft und wie kann man Pilz vermeiden?

Pflege- und Erziehungsschnitte für Kiwis

Ab dem dritten Jahr sind Erziehungsschnitte empfohlen. Vom Stamm bleiben jeweils rechts und links zwei bis drei Seitentriebe erhalten. Die Kiwi verdichtet sich im Laufe der Jahre.  Einjährige Triebe werden im August eingekürzt. Durch die Erziehungsschnitte können die Früchte reichlich Sonne tanken. Trotzdem bildet sich eine üppige Blattmasse, die dekorativ den Garten begrünt.

Muss man Kiwis düngen?

Kiwis zählen zu den robusten und gesund wachsenden Obstpflanzen. Düngen ist nicht erforderlich. Ab etwa dem dritten Jahr kann im Frühjahr etwas Hornmehl um den Wurzelbereich aufgebraucht werden.

Wie oft muss man Kiwipflanzen gießen?

Um Früchte auszubilden und für eine gute Fruchtbildung ist regelmäßiges Gießen erforderlich. Damit Sie sich über viele Kiwis aus dem eigenen Garten freuen dürfen, ist Austrocknung der Erde zu vermeiden. Regelmäßig Gießen an heißen Sommertag ist Pflicht. Insbesondere bei Kiwis im Topf muss im Hochsommer auf ausreichend Gießwasser geachtet werden.

Brauchen Kiwis aus dem eigenen Garten Winterschutz?

Kiwis zählen zu jenen Pflanzen, die gute Winterhärte aufweisen. Dennoch ist ein leichter Winterschutz aus Reisig am Wurzelballen zu empfehlen. Haben Sie die Kiwi im Topf angepflanzt, packen Sie das Pflanzgefäß in Jute, Vlies oder Styropor ein. Decken Sie zudem von oben das Substrat mit Laub, Rindenmulch oder feinem Geäst ab.

Kübelpflanzen, die in den ersten Jahren noch problemlos transportfähig sind, können ins Haus an einen hellen Standort verbracht und ab März wieder nach draußen gestellt werden. In der Winterruhe mäßiges Gießen der überwinternden Kiwi nicht vergessen.

Ältere und gut angewachsene Kiwipflanzen haben meist einen sehr guten natürlichen Winterschutz und brauchen nicht mehr unbedingt Schutz vor Frost.

Kann man Kiwis selbst vermehren?

Ja. Kiwipflanzen lassen sich im Frühjahr durch die Stecklingmethode vermehren. Dazu wird ein bereits verholzter, etwa fingerdicker Trieb mit einer Länge von circa 15 Zentimeter abgeschnitten. Die unteren Blätter werden entfernt, der Trieb in Anzuchterde gesteckt.

Das Pflanzgefäß mit dem Steckling wird ins Freiland schattig und windgeschützt aufgestellt, die Anzuchterste mit Rindenmulch abgedeckt. Nach guter Verwurzelung erfolgt die Umsiedlung der Jungpflanze ins Gartenbeet oder in einen großen Pflanzkübel.

Ab wann kann man Kiwis aus dem eigenen Garten ernten?

Kiwifrüchte sind sortenabhängig im Spätsommer bis in den Oktober hinein erntereif. Bis zu einem gewissen Grad reifen Kiwis nach der Ernte bei kühlerer Lagerung nach. Doch der beste Kiwigeschmack ist dann gegeben, wenn die Kiwis bis zum Verzehr am Strauch hängen bleiben dürfen.

Wie lange können Kiwis gelagert werden?

Kiwifrüchte sind im Kühlschrank ungefähr 40 Tage haltbar. Bei der Lagerung sollte Druck auf die Früchte vermieden werden. Druckstellen reduzieren die Haltbarkeit. Von der haarigen Schale befreit, können Kiwis aus dem eigenen Garten eingefroren und nach dem Auftauen zu leckerem Kiwi-Kompott verarbeitet werden.

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