Vogelfutter selbst machen

Vögel füttern im Winter

Soll man im Winter Vögel füttern – ja oder nein? Die Winterfütterung von Vögeln wird immer wieder diskutiert. Tierliebhaber erfreuen sich, wenn die Gefiederten im Winter auf Balkon, Terrasse oder am Fenster beim Fressen zu beobachten sind. Andererseits befürchten Naturschützer, Standvögel würden durch die Fütterung im Winter „faul“ und sich nicht mehr aktiv auf die Suche nach Futter machen. Ein weiteres Argument, warum die Vögelfütterung umstritten ist: Futterplätze können ein erhöhtes Krankheitsrisiko für die Tier bedeuten und die natürlichen Bestände gefährden. Tatsache ist aber auch, dass das natürliche Futterangebot immer knapper wird. Vögel finden im Winter draußen immer weniger zu fressen, Tiere leiden in den Wintermonaten Hunger und könnten sogar verhungern. Die Vogelfütterung erfolgt meist von Ende November bis Ende Februar – in milden Wintern kann beigefüttert werden, insofern das Nahrungsangebot der Natur knapp ist.

Vögel füttern im Winter nur bei Schnee

Inzwischen wird zur Winterfütterung geraten – jedoch nur bei geschlossener Schneedecke. Die Natur hält ausreichend Futter für die gefiederten Tiere bereit. Das natürliche Futterangebot wird in seiner Zusammensetzung dem Bedarf aller heimischen Vogelarten am besten gerecht. Erst, wenn der kalte Winter die Landschaft flächendeckend in ihr Winterkleid legt, verwehren Frost, Eis und Schnee den Vögeln Zugang zu natürlichen Nahrungsangeboten. Nur dann ist die Vögelfütterung sinnvoll, um das Verhungern der Tiere zu vermeiden.

Sobald Tierfreunde im Winter Vögel füttern, sollte kontinuierlich so lange gefüttert werden, bis Eis und Schnee getaut sind. Vögel verlieren in einer Kältenacht bis zu 10 % ihres Körpergewichtes. Erst, wenn Standvögel sich wieder selbst auf Futtersuche machen und sie sich vom Futterangebot der Natur selbst versorgen können, kann die Vogelfütterung eingestellt werden.

Im Winter Vögel füttern – bitte richtig!

Die Winterfütterung macht vielen Naturfreunden und Tierfreunden Spaß. Kinder sollten beim Anlegen der Futterstelle sowie beim Füttern einbezogen werden, um die Kids umweltpädagogisch zu fördern. Zudem bietet sich eine tolle Gelegenheit, Wildvögel am Futterplatz zu beobachten. Aber die Vögelfütterung stellt auch eine Gefahr für die Tiere dar.

Krankheitserreger an der Futterstelle

Gleich eine ganze Reihe an gefährlichen Krankheitserregern tummeln sich an Futterplätzen. Zwar ist das Krankheitsrisiko bei der Winterfütterung nicht ganz so hoch, wie bei der Sommerfütterung. Die Fütterung im Sommer ist deshalb weder ratsam noch nötig. Dennoch können sich Vögel auch im Winter an der Futterstelle an Krankheitserregern wie Salmonellen oder Trichomonaden infizieren.

Durch entsprechende Hygiene an der Futterstelle lassen sich durch diese Maßnahmen Krankheitserreger größtenteils eindämmen:

  • ausschließlich Futterspender verwenden, bei denen das Vogelfutter nicht feucht wird (Schimmelgefahr!)
  • ausschließlich Futtersilos verwenden, bei denen die Vögel nicht im Vogelfutter herumlaufen können
  • darauf achten, dass Vogelkot nach unten wegfällt, damit die Vögel während dem Fressen möglichst keinen Kontakt mit dem Kot haben
  • nach jeder Wintersaison sollten Futtersilos gründlich mit heißem Wasser gereinigt werden
  • tragen Sie beim Reinigen der Futterstelle Einmal-Handschuhe
  • Futterhäuschen aus Holz regelmäßig mit heißem Wasser reinigen und nur wenig Futter hineingeben
  • bei großem Vogelaufkommen mehrere Futterstationen anbieten
  • Nahrungsreste regelmäßig entfernen

Durch diese Maßnahmen verhindern Sie die Übertragung gefährlicher Keime und Erreger von Futter zu Tier sowie der Tiere untereinander.

Vogelholz zum Vögel füttern

Sicherer Standort der Futterhäuschen & Schutz vor Fressfeinden

Weitere Gefahrenquellen für Vögel sind Fensterscheiben und natürliche Fressfeinde (z. B. Raubvögel wie Sperber und Katzen). Spiegeln sich Glasscheiben in der Sonne oder ist eine Glasscheibe durchsichtig, kann es beim Anflug auf das Vogelfutter zur tödlichen Kollision kommen. Es spricht nichts dagegen, wenn Sie den Futterplatz in der Nähe von Balkontür und Fenster anbringen, solange Sie die Scheiben etwas ankleben, damit diese für Ihre Futtergäste sichtbar werden. Mattierende Fensterfolie oder Aufkleber mit Muster (Fensterbilder) reduzieren diese Gefahrenquelle drastisch. Achten Sie bitte darauf, den Futtersilo absturzsicher zu befestigen.

Rattengefahr: Nicht am Boden füttern

Auch Ratten freuen sich über zusätzliches Nahrungsangebot im Winter. Selbst, wenn Sie bislang keine Ratten im Garten haben, kann ausgestreutes Vogelfutter oder eine Vogelfutterstation in Bodennähe die Schädlinge anlocken. Da wilde Ratten Krankheitsüberträgen sind und den Vögel das Futter wegfressen, werden Futterplätze für Vögel immer an höheren Standorten errichtet. Denken Sie aber daran: Ratten sind Kletterkünstler und können springen. Ein Holzstapel vor dem Fenster macht es den Nagern denkbar einfach, an das Vogelhäuschen auf dem Fenstersims zu gelangen.

Welches Vogelfutter im Winter anbieten?

Geeignetes Vogelfutter kann fertig gekauft oder selbst zubereitet werden. Die Zutaten sollten möglichst natürlichen Nahrungsangebot entsprechen. Dies unterscheidet sich bei den einzelnen Vogelarten. Bieten Sie eine ausgewogene Futtermischung an, werden sowohl die Körnerfresser wie auch die Weichfutterfresser satt.

Schwache Amsel zum Aufpäppeln und FütternWelche Vogelarten überwintern in Deutschland?

Schnabelform und Vogelart bestimmen, welche Nahrung Vögel freuen. Einige bevorzugen Früchte, andere Körner. Insekten stehen auf dem Speiseplan der meisten Vogelarten. Wissen Sie, welche Vogelarten sich in Ihrem Garten hauptsächlich niederlassen, ist eine gezielte Pflanzenauswahl sinnvoll, um den Tieren artgerechtes Futter ganzjährig anzubieten. Im Winter sollte angebotenes Futter ebenfalls auf die Bedürfnisse der Gefiederten abgestimmt sein.

Meise, Fink und Sperling sind Körnerfresser, die in Deutschland überwintern. Sie fressen Samen, Sonnenblumenkerne, Mohn sowie alle Nusssorten, aber auch Futtermischungen mit Fett. Daher sind Meisenknödel sehr beliebt bei diesen Vogelarten. Mit ihren kräftigen Schnäbeln können sie problemlos die harten Schalen knacken.

Amsel, Drossel, Rotkehlchen, Wacholderdrossel, Zaunkönig, Star, Specht und Heckenbraunelle bleiben in den Wintermonaten ebenfalls in Deutschland und freuen sich über Ihr Nahrungsangebot am Futterplatz. Da es sich um Weichfutterfresser handelt, bietet sich diese Ernährung für die Winterfütterung an:

  • Obst
  • Haferflocken
  • Kleie
  • Rosinen
  • Beeren
  • Weizen
  • Dinkel
  • Nüsse

Noch hängende reife Früchte an Gehölzen sollten in der kalten Jahreszeit an den Sträuchern hängen bleiben. Dies erhöht das natürliche Nahrungsangebot im Winter (gilt insbesondere für Beerenfrüchte und Nüsse).

Achtung: Trocknes Brot, salzige Lebensmittel wie Speck und Käse dürfen nicht gefüttert werden!

Die Gewächse dienen Vögeln als natürliche Nahrungsquelle

Viele Beeren und Nüsse sind schmackhaft und äußerst nahrhaft. Möchten Sie sich an regelmäßigem Vogelbesuch im Garten erfreuen, locken Sie die Tiere durch entsprechende Pflanzen in Ihre Grünoase. Beerenfrüchte, Tannenzapfen und Nüsse können auf drei Arten als Vogelfutter genutzt werden:

  • Beeren, Zapfen und Nüsse an Bäumen und Sträuchern belassen.
  • Beeren nach der Reife ernten, trocknen, im Winter zur Verfügung stellen.
  • Zu Boden gefallene Früchte, Nüsse & Tannenzapfen können aufgelesen und z. B. auf der Fensterbank ausgelegt werden.

Nachfolgend nennen wir einige beispielhafte Futtersorten.

Diese Beeren-Sträucher sind als natürliches Vogelfutter sehr beliebt:

  • Eberesche (Sorbus aucuparia, Vogelbeere) – anspruchslose Pflanze, äußerst kälteresistent, wichtige Futterpflanze
  • Vogelkirsche (Prunus avium) – für Kernbeißer wie Vögel (z. B. Meisen), Eichhörnchen und Mäuse wichtige Steinfrucht
  • Schlehe (Prunus spinosa) – rund 20 Vogelarten ernähren sich von den reifen Beeren des Schlehdorns
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) – sehr beliebt bei Finken und Grauschnäppern
  • Hundsrose (Rosa canina) – Rosengewächs, bildet rote Hagebutte aus, reife Früchte bleiben meist bis ins Frühjahr am Strauch
  • Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) – zählt zu den Spindelsträuchern, bildet Kapselfrüchte aus
  • Gemeine Felsenbirne (Amelanchier ovalis) – die mehlig-süßen Früchte schmecken nicht nur Vögeln lecker, sondern aus ihnen lässt sich auch köstliche Marmelade zubereiten
  • Hagebutte – wichtiges Nähr- und Schutzgehölz für zahlreiche Tierarten
  • Sanddorn (Hippophae rhamnoides) – vitaminreiche und schmackhafte gelbe Schein-Steinfrüchte, bleiben im Winter am Strauch und sind somit eine wichtige Nahrungsquelle für Standvögel

Nadelgehölze mit nahrhaften Früchten / Zapfen:

  • Wacholder (Juniperus) – trägt beerenförmige Zapfen, die im Winter als Nahrung zur Verfügung stehen
  • Gemeine Eibe (Taxus baccata) – der Arillus (Samenmantel) der roten Früchte lockt mit süßem Duft Vögel an
  • Fichte (Picea) – die Zapfen enthalten nahrhafte Samen, die ein attraktives Futterangebot sind
  • Lebensbaum (Thuja) – in Zapfen enthaltene Samen sind sehr nahrhaft
  • Tanne (Abies) – gibt Vögeln im Winter Schutz und die Samen dienen der Ernährung

Nahrhafte heimische Nusssorten für Wildvögel:

  • Haselnüsse
  • Walnüsse

Meisenknödel im Netz – Gefahr für Vögel

Fertig gekaufte Meisenknödel sind praktisch, weil sie alles an Futter enthält, was Vögel im Winter benötigen. Leider befinden sich die nahrhaften Knödel oft in Kunststoffnetzen, die eine weitere Gefahr für hungrige Vögel darstellen. Tiere bleiben häufig mit den Füßen im Netz hängen, was zu gefährlichen Verletzungen führen kann. Vermeiden Sie daher das Aufhängen von Meisenknödeln mit Plastiknetz.

Meisenknödel selbst machen

Problemlos und sehr preiswert lassen sich Meisenknödel selbst herstellen. Es werden nur wenige Zutaten benötigt.

Für 6 Meisenknödel brauchen Sie:

  • 6 Joghurtbecher (mit klarem Wasser gründlich ausgespült)
  • 6 Löffel oder Holzstäbe
  • 300 g Kokosfett
  • 300 g Futterkörner (Mix)
  • 2 EL Sonnenblumenöl
  • Paketschnur

So werden die Meisenknödel hergestellt

  1. Kokosöl und Sonnenblumenöl vorsichtig erhitzen, bis das feste Kokosfett sich bei etwa 26°C verflüssigt hat (nicht kochen)
  2. Körnermix in das flüssige Öl einrühren
  3. von der Paketschnur 6 etwa 40 cm lange Fäden abschneiden, jeweils am unteren Ende einen dickeren Knoten binden
  4. einen Löffel oder Holzstab quer auf einen Joghurtbecher ablegen
  5. einen Faden mit dem Knoten nach unten in den Becher halten und um Löffel oder Holzstab wickeln, damit der Faden mittig fixiert wird
  6. den Joghurtbecher etwa zur Hälfte mit dem Fett-Vogelfutter-Gemisch füllen
  7. die gefüllten Becher über Nacht im Kühlschrank abkühlen und verfestigen lassen
  8. Holzstäben bzw. Löffel aus dem losen Fadenende ziehen

Fertig ist der selbstgemachte Meisenknödel, der nun im Fenster, am Balkon oder im Garten an einem Baum aufgehängt werden kann.

Meisenringe selbst herstellen

Aus den gleichen Zutaten lassen sich Meisenringe selbst machen. Statt leerer Joghurtbecher verwenden Sie leere und gereinigte ringförmige Käseverpackungen aus Kunststoff. Nach dem Aushärten des Fettes kann der Meisenring entnommen werden. Anschließend wird er mit Paketschnur aufgehangen.

Loser Vogelfuttermix aus Nüssen, Saat und anderen Leckereien selbst machen

Wollen Sie im Futtersilo einen nahrhaften Vogelfuttermix als Winterfutter anbieten, kann dies in wenigen Minuten selbst gemacht werden. Der Vogelfuttermix lässt sich aus zahlreichen Zutaten zusammenstellen – hier einige Beispiele:

  • Haferflocken
  • Kleie
  • Sonnenblumenkerne
  • Nüsse (auch Erdnüsse)
  • Samen
  • Rosinen
  • Kürbiskerne
  • andere Trockenfrüchte

Haferflocken werden mit 1 bis 2 Löffeln Speiseöl leicht in der Pfanne geröstet. Das Öl sollte sich gut in den Haferflocken verteilen, damit die Flocken nahrhafter werden. Ebenfalls können Sonnenblumenkerne und Nusskerne leicht geröstet und dem Futtermix beigegeben werden.

Loses Vogelfutter kann auf der trockenen Fensterbank oder in einer Schale auf Balkon und Terrasse angeboten werden. Zu den gerösteten Haferflocken, Nüssen und Samen reichern Sie das Futterangebot mit getrockneten Beeren und Obst an. Bananenscheiben sowie Apfelspalten runden das nahrhafte Winterfutter für Meisen, Finken, Spatzen, Amseln, Rotkehlchen und die ganze Vogelschar wertvoll ab. Entfernen Sie täglich Futterreste vom Vortag, reinigen Sie den Futterplatz und legen Sie nur eine kleine Futtermenge aus. Dann können Sie über den gesamten Winter Vögel füttern.

Die hungrigen Vögel nehmen dankbar Ihr Nahrungsangebot an und belohnen Sie und Ihre Familie mit regelmäßigen Anflugmanövern.

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