Holz richtig lagern

Holz richtig lagern

Holz richtig lagern
Brennholz ist ein heimischer nachwachsender Rohstoff, der Co2 neutral verbrennt, die Umwelt nicht belastet und günstiges Heizen erlaubt. Umso trockener es ist, desto effizienter ist die Energieausbeute. Möchten Sie günstig heizen, müssen Sie also Ihr Holz richtig lagern. Aber auch aus anderen Gründen ist die richtige Holzlagerung notwendig. Einerseits, um Schimmel zu verhindern. Andererseits, um gesetzliche Bestimmungen einzuhalten.

Warum ist Holz richtig lagern wichtig?

Wenn Sie mit Ofen oder Kamin heizen, zahlt es sich aus, bei der Holzlagerung zu wissen, worauf es ankommt. Kommt es zu einem typischen Lagerfehler, kann dies die Energieausbeute reduzieren oder im schlimmsten Fall sogar das Brennholz unbrauchbar machen. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihr Holz richtig lagern. Dies reduziert die Restfeuchte und wird die Schimmelbildung vermeiden. Durch die richtige Lagerung haben Sie hochwertiges Brennholz zur Verfügung.

Häufige Lagerfehler: So schützen Sie Ihr Brennholz vor Qualitätsverlust

Bei der Holzlagerung können diverse Fehler dazu führen, dass Ihr Brennholz unbrauchbar wird oder an Heizwert verliert. Daher sollten Sie folgende typische Fehler vermeiden.

Lagerung ohne ausreichende Luftzirkulation

Der wohl häufigste Fehler ist eine zu dichte Lagerung. Wenn Holzstapel direkt an einer Wand ohne Abstand stehen oder der Stapel selbst zu massiv geschichtet ist, kann die Luft nicht zirkulieren. Die Folge ist Stockfleckigkeit sowie Schimmelbildung im Inneren des Stapels. Achten Sie daher immer auf den nötigen „Windzug“.

Vollständiges Abdecken mit Plastikplanen

Viele Gartenbesitzer meinen es zu gut und hüllen den gesamten Holzstapel in Plane ein, um ihn vor Regen zu schützen. Dadurch entsteht ein Treibhauseffekt: Die Feuchtigkeit aus dem Holz kann nicht entweichen, kondensiert an der Innenseite der Plane und tropft zurück auf das Holz. Decken Sie nur die Oberseite ab und lassen Sie die Seitenwände für den Luftaustausch unbedingt offen.

Lagerung im geschlossenen Keller

Frisches oder noch nicht vollständig getrocknetes Holz gehört niemals in den Keller. Da dort die natürliche Luftbewegung fehlt, kann das Holz nicht trocknen. Stattdessen erhöht die austretende Feuchtigkeit die Luftfeuchtigkeit im Raum massiv, was zu Schimmel an den Kellerwänden und am Holz selbst führt. Erst wenn das Holz eine Restfeuchte von unter 20 % erreicht hat, ist eine Lagerung in gut belüfteten Innenräumen unbedenklich.

Kontakt zum feuchten Untergrund

Wird das Holz direkt auf die Erde oder den Rasen gestapelt, zieht es wie ein Schwamm die Bodenfeuchtigkeit auf. Das unterste Holz verrottet innerhalb kürzester Zeit. Ein solider Unterbau aus Steinen oder Paletten ist daher unverzichtbar, um den wertvollen Brennstoff trocken zu halten.

Was macht gutes Brennholz aus?

Frisch geschlagene Baumstämme enthalten etwa 50 % Feuchtigkeit. Durch richtige Behandlung und Lagerung wird die Restfeuchte im Brennholz auf 20 bis 15 % reduziert, wodurch der Heizwert sich nahezu verdoppelt. Die natürliche Trocknung des Holzes dauert etwa zwei bis drei Jahre. Der Trocknungsprozess lässt sich durch das Spalten der Baumstämme beschleunigen. Ungeschlagenes Rundholz braucht deutlich länger zum Trocknen.

Trockenes Brennholz

Die richtige Reihenfolge: Erst spalten, dann lagern

Eine häufig gestellte Frage unter Kaminbesitzern lautet: Sollte man das Holz erst lagern und später hacken oder direkt nach dem Einschlag spalten? Für eine optimale Holzqualität gibt es hierauf eine klare Antwort: Das Holz sollte so schnell wie möglich nach dem Schlagen gespalten werden.

Warum das Hacken vor der Lagerung sinnvoll ist

Die Rinde eines Baumstammes ist von Natur aus darauf ausgelegt, das Innere vor dem Austrocknen zu schützen. Bleibt der Stamm ungespalten, kann die Feuchtigkeit nur sehr langsam über die Schnittflächen an den Enden entweichen. Dies führt oft dazu, dass das Holz im Kern stockig wird oder zu schimmeln beginnt.

Durch das Hacken vergrößern Sie die Oberfläche des Holzes massiv. Die schützende Rindenhülle wird aufgebrochen, sodass der Wind und die Umgebungsluft die Feuchtigkeit direkt aus den Fasern ziehen können. Das Ergebnis ist ein deutlich schnellerer Trocknungsprozess und ein höherer Brennwert.

Der beste Zeitpunkt für die Verarbeitung

Am leichtesten lässt sich Holz verarbeiten, solange es noch „saftfrisch“ ist. Sobald es beginnt, im ungespaltenen Zustand anzutrocknen, wird es oft zäher und der Kraftaufwand beim Hacken steigt deutlich an. Wenn Sie Ihr Holz selber hacken, sparen Sie also Zeit und Energie, wenn Sie dies zeitnah nach der Anlieferung oder dem Einschlag erledigen.

Wo kann man am besten Holz lagern?

Gespaltetenes Holz braucht ideale Lagerbedingungen, damit es weiter trocknet und nicht verschimmelt. Ein trockener, sonniger und luftiger Standort für das Stapelholz ist perfekt. Wählen Sie nach Möglichkeit die Süd- oder Südostseite Ihres Grundstücks. So unterstützt die Sonne das Trocknen des Holzes.

Perfekt ist das Stapeln der Holzscheite an der wetterabgewandten Hausseite bzw. in einem separaten Unterstand.

Regenschutz für Ihr Holzlager

Insofern Sie das lagernde Holz zum Heizen mit einer Plane vor Regen schützen müssen, weil sie keinen Unterstand haben, spannen Sie die Plane über dem Holzstapel auf. Legen Sie die Plane nicht unmittelbar auf die Holzstücke, da sich sonst Schwitzwasser bildet, Ihr Holz nicht gut trocknet und verschimmeln kann.

Um zwischen Plane und Holzscheit Abstand zu schaffen, können Sie Dachlatten verwenden. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Plane das Holz nicht komplett umschließt, da sich sonst Schwitzwasser bildet. An den Seiten und an der Front bleibt das Kaminholz offen.

Keine Lagerung im Keller

Keinesfalls sollte getrocknetes Brennholz im Keller eingelagert werden, weil die meisten Kellerräume feucht sind, kaum Luftzirkulation stattet und darum häufig das Kaminholz schimmelt.

Holz richtig lagern: Das ist bei der Holzlagerung zu beachten

Damit Ihr Brennholz einen hohen Heizwert erreicht und sauber verbrennt, ist die richtige Lagerung entscheidend. Wenn Sie die folgenden Punkte beachten, verhindern Sie Fäulnis sowie Schäden an der Bausubstanz.

Abstand zur Hauswand

Um Schäden durch Feuchtigkeit an Außenwänden zu verhindern, muss der Holzstapel mit einem Abstand von mindestens 10 bis 15 Zentimeter zur Hauswand aufgeschichtet werden.

Schutz vor Bodenfeuchte

Um von unten hochziehende Feuchtigkeit zu verhindern, können Sie eine Reihe Ziegelsteine, Europaletten oder Kanthölzer als Untergrund auslegen und darauf den Holzscheit stapeln. Dadurch ist eine kontinuierliche Luftzirkulation unter dem Stapel gewährleistet.

Die richtige Stapeltechnik für maximale Belüftung

Beim Aufschichten des gehackten Holzes sollten Sie zwischen den einzelnen Holzstücken Lücken lassen, damit die Luft auch innerhalb des Holzstapels zirkulieren kann. Besonders wirksam ist es, die Scheite kreuzweise zu schichten. Dies trägt der bereits erreichten Trockenheit sowie dem weiteren Trocknungsprozess bei.

Holz richtig lagern

Trocknungszeiten gängiger Holzarten im Überblick

Nicht jedes Holz trocknet gleich schnell. Je nach Dichte und Beschaffenheit der Rinde variiert die Lagerzeit, bis das Holz den idealen Heizwert erreicht hat. Orientieren Sie sich an dieser Übersicht:

Holzart Empfohlene Lagerdauer Eigenschaften beim Trocknen
Pappel & Fichte ca. 1 Jahr Sehr schnell trocknend, neigt kaum zu Schimmel.
Kiefer & Lärche 1 bis 1,5 Jahre Mäßig schnelle Trocknung durch hohen Harzanteil.
Birke & Erle 1,5 Jahre Gute Trocknung, Birke sollte jedoch zügig gespalten werden.
Buche & Esche 2 Jahre Hartholz, das Zeit benötigt, aber einen exzellenten Brennwert bietet.
Eiche mind. 2,5 bis 3 Jahre Sehr dichtes Holz; Gerbstoffe müssen über lange Zeit „ausgewaschen“ werden.

Beachten Sie bitte, dass dies Richtwerte für eine fachgerechte Lagerung im Freien sind. Mit einem einfachen Holzfeuchtemessgerät können Sie jederzeit prüfen, ob Ihr Vorrat bereit für den Kamin ist.

Holzfeuchtigkeit messen

Mit einem Messgerät können Sie den Trockenvorgang des Brennholzes kontrollieren. Ein solches Holzfeuchte-Messinstrument bekommen Sie im Fachhandel oder im Baumarkt. Das Messen der Holzfeuchtigkeit ist denkbar einfach und gibt Ihnen Aufschluss darüber, ob das gelagerte Holz für die optimale Verbrennung trocken genug ist.

Zum Messen der Holzfeuchte ziehen Sie aus der Mitte des Holzstapels ein Holzstück heraus, spalten dieses mit der Axt. Nun stecken Sie die Prüfnadeln des Feuchtigkeitsmessers in das Holz. Schon wird Ihnen auf der digitalen Anzeige die Restfeuchte angezeigt.

Die maximale Lagerdauer: Kann Brennholz zu alt werden?

Viele Besitzer von Kaminen gehen davon aus, dass Brennholz immer besser wird, je länger es lagert. Das ist ein Irrtum. Während eine gewisse Mindestlagerzeit für die Trocknung unerlässlich ist, beginnt nach einigen Jahren ein natürlicher Abbauprozess, der den Brennwert Ihres Holzes mindert.

Wie lange kann man Holz lagern?

Die beste Qualität erreicht Brennholz meist nach zwei bis drei Jahren, wenn die Lagerung richtig erfolgt. In dieser Zeit sinkt die Restfeuchte auf 15 bis 20 % (optimal). Das Holz ist nun richtig durchgetrocknet, die enthaltenen Gase sind stabil und die Energieausbeute beim Verbrennen ist am höchsten.

Was passiert bei zu langer Lagerung?

Lagert Holz deutlich länger als vier oder fünf Jahre, setzen gasreiche Bestandteile im Holz einen schleichenden Zersetzungsprozess fort. Das Holz wird „überlagert“. In der Folge wird es leichter, mürbe und verliert seine Dichte. Wenn Sie dieses Holz schließlich verbrennen, flammt es schnell auf, aber bildet kaum noch Glut und gibt deutlich weniger Wärme ab.

Tipps für die rotierende Lagerung

Um eine Überlagerung zu vermeiden, empfiehlt sich ein rotierendes System. Verbrauchen Sie immer zuerst die ältesten Bestände, bevor Sie den Stapel mit frischem Holz ergänzen. So stellen Sie sicher, dass Ihr Brennstoff immer im optimalen Zeitfenster genutzt wird. Sollten Sie bei einer Räumung oder Gartenarbeit auf sehr altes, bereits morsches Holz stoßen, eignet sich dieses oft besser für den Kompost oder die fachgerechte Entsorgung als für den Kamin.

Tipps zum Kauf von Brennholz

Möchten Sie sich für die nächste Heizperiode mit günstigem Brennholz eindecken, sollten Sie dem Holzverkäufer die Frage stellen, wie viel Restfeuchte sein Holz hat. Haben Sie ausreichend Lagerfläche, rentiert sich der Einkauf einer größeren Holzmenge, da Heizholz in großen Mengen günstiger eingekauft werden kann. Es empfiehlt sich auch, bei Anlieferung die Feuchtigkeit im Holz zu messen. Gut gelagertes Holz mit geringer Restfeuchte brennt wesentlich effizienter, so dass Sie sich über einen geringeren Holzverbrauch freuen können.

Holz richtig lagern: Welche rechtlichen Bestimmungen Sie beachten müssen

Wenn Sie Ihr Brennholz auf dem eigenen Grundstück lagern möchten, sollten Sie neben der richtigen Belüftung auch die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen. In Deutschland gilt ein Holzstapel im Außenbereich oft als „bauliche Anlage“. Daher müssen Sie die Vorgaben der jeweiligen Landesbauordnung sowie örtliche Brandschutzbestimmungen berücksichtigen.

Die erlaubte Menge für den Eigenbedarf

In den meisten Bundesländern gilt für Privatpersonen eine Faustregel von maximal 40 Kubikmetern (Raummetern) pro Flurstück als genehmigungsfrei. In einigen Regionen oder Kommunen kann diese Grenze jedoch deutlich niedriger liegen (teilweise bereits ab 20 m³). Unter Umständen benötigen Sie eine Baugenehmigung, wenn Sie größere Mengen Holz lagern wollen. Nähere Auskünfte erteilt die Gemeinde oder Stadt an Ihrem Wohnort.

Grenzabstände zum Nachbarn einhalten

Ein Holzstapel darf die Grenze zum Nachbargrundstück meist nicht direkt berühren. Üblicherweise wird ein Mindestabstand von 0,50 bis 2,00 Metern empfohlen, um den Brandschutz zu gewährleisten und nachbarschaftliche Konflikte zu vermeiden. Beachten Sie, dass sich dieser Abstand in vielen Bundesländern automatisch vergrößert, sobald der Stapel eine Höhe von 2 Metern überschreitet. Auch hierzu erhalten Sie Auskunft von der Verwaltung.

Brandschutzvorschriften und unzulässige Lagerorte

Lagern Sie Holz niemals in Durchgängen, die als Fluchtweg dienen könnten. Auch die Lagerung in Garagen ist rechtlich untersagt – die Garage dient ausschließlich dem Abstellen von Kraftfahrzeugen.

Besonderheiten im Außenbereich

Außerhalb geschlossener Ortschaften ist die Holzlagerung meist strenger reglementiert. Holz darf nur landschaftsangepasst und in eng begrenzten Mengen gelagert werden, um das Ortsbild sowie den Naturschutz nicht zu beeinträchtigen. Informieren Sie sich vorab in Ihrer lokalen Satzung, um sicherzugehen, dass Ihr Vorrat rechtssicher lagert.

1 Kommentar
  1. Kory
    Kory sagte:

    Holz flach lagern ist richtig. Wenn man noch Abstandhalter dazwischen schiebst damit die Luft von allen Seiten dran kann, dürfte da weniger anbrennen.

    In einer solchen Umgebung würde ich aber darauf achten, dass immer nur das Holz da ist, das fürs aktuelle Projekt gebraucht wird. Wenn sich der Bau länger zieht das Holz immer nur kurz zur Bearbeitung in den Keller bringen.

    Liegt das Holz lange im Keller auf jeden Fall mit einplanen (bei der Konstruktion berücksichtigen), dass es schwinden wird sobald es in die Wohnung kommt.

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