Staudenpflanzen richtig teilen

Stauden teilen

Staudenpflanzen sind absolut beliebt. Dies liegt einerseits an der umfangreichen Vielfalt dieser Pflanzen. Andererseits begeistern die Stauden durch ihre Umkompliziertheit. Nach der Blüte sterben meist die überirdischen Pflanzenteile ab, während der Wurzelstock in der Erde erhalten bleibt, um nach dem Überwintern in der nächsten Gartensaison wieder auszutreiben. Die krautig wachsenden Pflanzen halten meist viele Jahre und sie kommen mit recht wenig Pflege aus. Allerdings erfreuen sich auch Staudenpflanzen über gärtnerische Zuwendung – zumindest dann, wenn die Blühfreudigkeit der Staude nachlässt oder die Pflanzen im Staudenbeet verkahlen. Zwar benötigen nicht alle Staudenarten eine Verjüngung, doch bei manchen Sorten empfiehlt es sich, dass Sie einmal pro Jahr Ihre Stauden teilen, um den Austrieb und somit auch die üppige Blütenbildung anzuregen.

Warum sollten Stauden geteilt werden?

Staudenpflanzen, zu denen beispielsweise Herbstanemone und Purpurglöckchen zählen, gedeihen in der Regel unproblematisch und gehören zu den Pflanzen, die eher wenig Pflege benötigen. Allerdings kann es vorkommen, dass nach einigen Jahren die Staudenblüten nicht mehr richtig austreiben und die Anzahl der Blüten abnimmt. Ein Indiz für die Altersschwäche einer Staude ist das Verkahlen der Horste. Dabei bilden ältere Staudenpflanzen weit außen stehende Triebe, während die Pflanzen in der Mitte kahl werden. Oft nimmt auch die Anfälligkeit für Krankheiten zu. Dann kann eine sogenannte Verjüngung der Staudenpflanze durch Teilen sinnvoll sein, um den Blütentrieb effizient anzuregen. Durch die Teilung wird die Vitalität der Pflanze angeregt und die Blühfreude der Staude aktiviert.

Es kommen auch weitere Gründe für das Teilen der Staude in Betracht – etwa dann, wenn sich die Pflanzen im Staudenbeet zu üppig ausbreiten oder eine der Stauden zu sehr wuchert und andere Beetpflanzen verdrängt. Durch das Teilen lässt sich die mächtige Pflanze eindämmen.

Tipp: Das Teilen von Stauden ist auch dann eine tolle Methode, wenn Sie Ihre Stauden an einem anderen Standort im Garten anpflanzen oder Sie mit dem Nachbarn schöne Gartenpflanzen austauschen möchten. Durch die Staudenteilung können Sie Ihre Prachtstauden nach Herzenslust vermehren und weiterreichen.

Erwähnt werden muss jedoch auch: Nicht jede Staude muss zwingend geteilt werden. Solange eine Staude immer wieder mit imposanter Blüte begeistert und der Garten sich so entwickelt, wie man es sich wünscht, ist ein Eingreifen und Verjüngungen der Pflanze nicht notwendig. Wird die Staudenbepflanzung als pflegeleichte Bodenbedeckung zum Beispiel im Bereich einer Baumscheibe gewünscht, kann es durchaus sinnvoll sein, die Blütenbildung nicht durch Teilung zu fördern.

Nach wie vielen Jahren sollten Stauden geteilt werden?

Unter den Stauden gibt es einige Sorten, die eher kurzlebig oder besonders langlebig sind. Bei nachfolgenden Arten handelt es sich um Stauden, die sehr früh ihre Vitalität verlieren. Sie sollten deshalb schon nach 3 Jahren verjüngt werden, weil die Blütenfülle oftmals schon im 2. oder 3. Wachstumsjahr deutlich nachlässt:

  • Sonnenhut
  • Blaukissen
  • Mädchenauge
  • Hornveilchen
  • Feldthymian
  • Gemswurz
  • Federnelken

Einige Staudenarten begeistern über einen Zeitraum von 4 und 8 Jahren mit einer wunderschönen Blüte, so dass eine Verjüngung oder Neupflanzung nicht so häufig erforderlich ist. Dazu gehören z. B. diese Staudengewächse:

  • Rittersporn
  • Purpurglöckchen
  • Schwertlilie
  • Lupine
  • Hoher Staudenphlox
  • Astilben
  • Brennende Liebe
  • Bunte Gartenmargerite

Zu den langlebigen Sorten zählen beispielsweise:

  • Funkien
  • Silberkerzen
  • Elfenblumen
  • Pfingstrosen
  • Christrosen
  • Tränendes Herz
  • Trollblume
  • Yucca
  • Chinaschilf

Diese Staudenarten können durchaus 15 und mehr Jahre am gleichen Standort wunderbar gedeihen.

Wie bereits erwähnt, brauchen einige Staudengewächse keine Verjüngung. Dies trifft unter anderem auf Akelei, Pfingstrose und Türkischer Mohn zu. Besonders schwer lassen sich Pflanzenarten durch Teilung vermehren, wenn sie eine tiefe Pfahlwurzel haben. Zu den Stauden, die sich kaum durch Teilen vermehren lassen zählen z. B.

  • Küchenschelle
  • Prachtspiere
  • Raublatt-Aster
  • Riesenschleierkraut

Wann kann man Stauden teilen?

Der ideale Zeitpunkt zum Teilen der Stauden richtet sich vornehmlich nach dem Zeitpunkt der Blüte der jeweiligen Staudenpflanze. Im Frühling blühende Staudengewächse sollten erst im Herbst nach der Blütezeit geteilt werden. Dadurch kann die Pflanze im Frühjahr ihre gesamte Kraft in die Ausbildung ihrer Blüte investieren. Zu den früh blühenden Stauden zählen beispielsweise

  • Bart-Iris
  • Grasnelke
  • Storchschnabel

Stauden, die erst später im Sommer und im Herbst blühen, werden entweder im darauffolgenden Frühling geteilt oder wenn die Pflanze mit dem Austreiben beginnt. So ist sichergestellt, dass die Pflanze für die nächste Wachstumsperiode ausreichend Nährstoffe gespeichert hat.

Verschiedene Verjüngungsmethoden für Staudenpflanzen

Es gibt verschiedene Methoden, um Pflanzungen zu verjüngen. Eine davon ist die Neupflanzung von Staudenpflanzen, die im Gartencenter zu erwerben sind. Die Alternative dazu ist das Teilen alter Stauden. Dabei können polsterbildende und bodendeckende Pflanzen einfach büschelweise auseinandergerissen und tief eingepflanzt werden. Horstbildende Stauden werden ausgegraben, deren Wurzeln mit einem Schneidewerkzeug getrennt und die Wurzelstücke angepflanzt.

Stauden richtig teilen: So geht´s

Idealerweise teilen Sie Ihre Stauden an einem nicht zu warmen Tag, damit die Wurzelballen nicht austrocknen. Vor der Pflanzenteilung muss die gesamte Wurzel ausgegraben werden, die dann je nach Größe und Festigkeit entweder mit

  • Hand
  • Messer
  • Spaten
  • Säge

geteilt wird. Um das Teilen der Staude zu vereinfachen, schütteln Sie den Wurzelstock vorsichtig oder spritzen Sie mit dem Gartenschlauch die Erde aus dem Wurzelballen.

Beim Teilen kann die Wurzel je nach Bedarf in 2, 3 oder 4 Teilstücke getrennt werden, die jeweils etwa faustgroß sein sollten. Das Grün oberhalb des Wurzelballens sollte, ebenso wie die Wurzeln, auf etwa ein Drittel eingekürzt werden. Verletzte Wurzeln und Pflanzenteile werden entfernt, um die Anfälligkeit für Krankheiten zu minimieren.

Bevor die geteilten Wurzelstücke neu eingepflanzt werden, ist die Erde im Pflanzloch aufzulockern und mit Kompost zu vermischen. Das Mischungsverhältnis von Erde und Kompost sollte ungefähr bei 3:1 liegen. Bei Bedarf kann dem Erdgemisch noch etwas organischer Dünger hinzugegeben werden. Nach der Neupflanzung wässern Sie die Staudenwurzel großzügig.

Tipp: Möchten Sie sich das Ausgraben der Mutterpflanze für die Staudenteilung bei einem unübersichtlichen Horst erleichtern, schneiden Sie erst die Pflanze mit einer Gartenschere zurück. Anschließend lockern Sie mit einer Grabgabel die Erde rund um den Staudenhorst auf. Dann können Sie mit einem Spaten den gesamten Wurzelballen ausgraben.

Stauden teilen: Beispiele für die Pflanzenverjüngung

Stauden wie etwa die Bergenie oder die Schwertlilie stellen nach einigen Jahren ihre Blütenausbildung ein. So kündigen beispielsweise Bergenien das Ausbleiben der Blüte mit einem geschlossenen Blätterdach an, dass in der nächsten Blühphase keine Blüten zu erwarten sind. Auch die Iris stellt die Bildung einer Blüte nach einigen Jahren ein. Sie bildet keine neuen Triebe mehr aus und verkahlt. Anhand einiger beliebter Staudengewächse erklären wir Ihnen, wie Sie die alten Pflanzen richtig teilen und verjüngen können.

Iris verjüngen: So teilen Sie die Staude richtig

Schwertlilien stellen einige Jahre nach der Pflanzung die Ausbildung neuer Triebe ein. Die Pflanze verkahlt dann zur Mitte hin. Dies ist der richtige Zeitpunkt, um die Staudenpflanze durch Teilung zu verjüngen. Jene Rhizom-Enden, welche noch gut im Laub stehen, werden mit einem scharfen Messer von der übrigen Rhizom-Schlange abgeschnitten und neu in die Erde eingepflanzt. Dabei ist darauf zu achten, dass das Rhizom nicht zu tief angepflanzt wird. Das Rhizom muss nach dem Angießen zu sehen sein.

Pfingstrosen teilen

Pfingstrosen bevorzugen es, wenn sie am Standort ungestört wachsen und gedeihen können. Allerdings ist die Teilung eine beliebte Methode, Pfingstrosen zu vermehren. Denn sie ist eine beliebte Gartenpflanze, die sich an einem Standort mit reichlich Sonne und einem nährstoffreichen Boden besonders wohlfühlt und mit einer opulenten Blüte erfreut. Die Pfingstrose kommt problemlos ohne Teilung zurecht. Das Teilen dieser Staude ist meist nur von Nöten, wenn Sie das blühfreudige Gewächs vermehren oder die hübsche Pflanze an einen anderen Standort umsiedeln möchten. Verjüngen Sie im Herbst die Pfingstrose mit einem scharfen Spaten.

Doch bevor Sie im September oder Anfang Oktober die Pfingstrose teilen, schneiden Sie erst alle Blätter ab, die bereits am Vergilben sind. So können Sie gut den Wurzelbereich der Mutterpflanze einsehen. Bauern-Pfingstrosen haben an den Speicherwurzeln schlafende Augen, die nach der Staudenteilung neu austreiben. Edel-Pfingstrosen treiben nur dort neu aus, wo bereits vor der Teilung schon rote Triebknospen angelegt waren. Die abgetrennten Wurzelstücke sollten möglichst zwei Triebknospen haben und an einem neuen Standort angepflanzt werden. Bei der Neupflanzung achten Sie bitte darauf, dass die Speicherwurzeln der Staude nur mit maximal einem Zentimeter Erde bedeckt sein dürfen. Eine zu tiefe Pflanzung kann bei Pfingstrosen dafür verantwortlich sein, dass nach wenigen Jahren die Blüte ausbleibt.

Hortensie teilen – so gelingt die Staudenteilung am besten

Hortensien können sowohl im Frühjahr, wie auch im Herbst geteilt werden. Wird die Hortensie im Frühling geteilt, verweigert sie meist im gleichen Jahr die Blütenbildung, weil sie ihre gesamte Kraft in die Wurzelbildung steckt. Der beste Zeitpunkt ist deshalb der Herbst, nachdem die Staude ihr Laub abgeworfen hat und sich in der Vegetationsruhe befindet.

Da Hortensien zu jenen Stauden gehören, die einen beachtlichen und besonders harten Wurzelballen ausbilden, empfehlen wir das Teilen der Staude mit einer Säge, die vor dem Schneiden der Hortensienwurzel möglichst gründlich gereinigt und desinfiziert wurde. Hilfreich ist die Unterstützung einer zweiten Person.

Tipp: Nach dem Stauden teilen können Sie – nicht nur bei der Hortensie, sondern bei allen Stauden – die Schnittwunde mit Holzkohle bestäuben, um das Krankheitsrisiko zu minimieren.

Um die Hortensie am neuen Standort einzupflanzen, ist ein großzügiges Pflanzloch auszuheben, das beim Einpflanzen mit Hortensien-Erde aufgefüllt wird. Treten Sie das Substrat ordentlich fest und gießen Sie das geteilte Wurzelstück reichlich.

Bergenien richtig teilen

Die Bergenie ist eine tolle Pflanze, die sogar an Standorten mit ungünstigen Lichtverhältnissen mit attraktivem Laub und farbenprächtiger Blüte begeistert. Die wintergrüne Staude begrünt auch in der kalten Jahreszeit lichtkarge Gartenflächen, um dann in den Monaten April und Mai oder sogar im Herbst mit ihren farbintensiven Blüten ordentlich Farbe in den Garten zu bringen. Abhängig von der angepflanzten Sorte leuchtet die Bergenienblüte Weiß, Rosa oder Rot.

Bergenien sind genügsame Gewächse und gedeihen auch an schattigen Standorten. Jedoch kann es durchaus sein, dass die Blüten kleiner als üblich ausfallen. Um die Triebe anzuregen, sollten abgeblühte Rispen und welkes Laub möglichst dicht am Boden abgeschnitten werden. Ein beherzter Rückschnitt im Frühling fördert ebenfalls die Triebbildung.

Ist die Bergenie zu groß geworden oder möchten Sie die Staude vermehren, können Sie Wurzel der Staudenpflanze im Herbst teilen, um sie dann an einem neuen Standort anzupflanzen. Beim Teilen und Neupflanzen der Staudenwurzel im Herbst ist der Gartenboden noch warm, sodass die Staude sich bis zu den ersten Frösten noch ordentlich verwurzeln und stärken kann.

Akelei durch Teilung vermehren

Die Akelei gehört zu den Pflanzen im Staudenbeet, die eher selten verjüngt werden. Allerdings bietet sich die Pflanzenteilung an, wenn Sie die Akelei vermehren möchten. Graben Sie den Wurzelstock vorsichtig aus und achten Sie darauf, die Wurzeln nicht zu verletzen. Nachdem Sie den Wurzelballen geteilt haben, können Sie nun die Wurzelstücke an dem gewünschten Standort neu einpflanzen. Die Teilung kann entweder im Frühjahr oder Herbst erfolgen.

Herbstanemone teilen und verjüngen

Die Herbstanemone gehört zu den langlebigen Stauden, die im September ihre Blütenpracht entfalten. Sie wird geteilt, wenn die Staude zu groß, zu verwuchert oder blühfaul ist. Natürlich kommt die Staudenteilung auch in Betracht, wenn die Herbstanemone an einen anderen Standort umgesiedelt oder vermehrt werden soll. Der beste Zeitpunkt, diese Anemone zu teilen, liegt im Frühjahr in den Monaten Februar und März – vor dem Austrieb der Gartenstaude. Die neuen Pflanzenstauden können dann über den Sommer hinweg ihre Wurzeln ausbilden und genug Energie für den Winter tanken.

Vor dem Aushub des Wurzelballens bündeln und kürzen Sie alle Triebe, um die Handhabung der Staude beim Verjüngen zu verbessern. Stechen Sie rund um den Horst mit Grabgabel oder Spaten ein, um das Ausheben der Pflanze zu erleichtern. Hebeln Sie anschießend mit dem Spaten den Staudenhorst aus. Jetzt können Sie mit der Hand Teilstücke vom Wurzelballen abtrennen. Achten Sie darauf, dass jedes Einzelstück mindestens 2 Triebknospen besitzt. Wählen Sie für die abgetrennten Wurzelstücke einen sonnigen oder halbschattigen Standort. Lockern Sie im Pflanzloch die Erde gründlich auf und mischen Sie einen organischen Dünger unter, damit das Substrat ausreichend Nährstoffe für die Pflanzenversorgung aufweist. Nachdem Sie die Teilwurzel in das Pflanzloch eingesetzt haben, treten Sie die Erde rund um die Anpflanzung fest und wässern Sie die Neupflanzung. Um das Umknicken der Anemone zu verhindern, binden Sie die Staude an einen Holzstab.

Staudenblüte anregen ohne Teilung

Eine regelmäßige Staudenpflege ist nicht notwendig. Vertrocknete Pflanzenteile bieten Ihrer Staude einen guten Winterschutz. Alternativ können Sie auch einen Rückschnitt vornehmen, bei dem Sie alte Blütenstände, zu üppig wuchernde Blätter und vertrocknete Blüten stark einkürzen. Dadurch kann sich die Pflanze vollständig auf die Blütenbildung konzentrieren. Manche Stauden, zu denen beispielsweise die Katzenminze sowie die Schafgarbe zählen, bilden innerhalb der Saison sogar eine zweite Staudenblüte aus.
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