Maulwurf bekämpfen - die Rechtslage

Maulwurf bekämpfen

Als Gärtner oder Gärtnerin erfreuen Sie sich am Anblick eines schönen Rasens. Solange in Ihrem Garten kein Maulwurf wohnt, der innerhalb weniger Stunden oder Tage Ihre Grünfläche in eine hügelige Berglandschaft verwandelt. Maulwürfe sind nämlich äußert aktiv und besonders fleißig darin, bei ihren emsigen Grabtätigkeiten unliebsame Maulwurfhügel zu hinterlassen. Falls Sie nach einer effizienten Lösung suchen, wie Sie den Maulwurf bekämpfen können, haben wir eine schlechte Nachricht für Sie. Maulwürfe gehören zu den artgeschützten Tieren. Der Artenschutz ist sehr umfassend und schränkt genervte Gartenbesitzer erheblich ein. Das bedeutet: Die Maulwurfbekämpfung ist verboten.

Was kann man gegen Maulwurfhügel im Garten tun?

Viele Gärtner ärgern sich über Maulwurfhügel im GartenDie Antwort auf diese Frage lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: Nichts! Jedenfalls nicht legal. Dabei sind die Menschen äußert kreativ darin, wenn Sie den Maulwurf bekämpfen wollen. Von lauter Beschallung der Grabtunnel bis hin zum Begießen der Maulwurfhügel mit einem Sud aus Knoblauchzehen reicht das Ideenreichtum maulwurfsgeplagter Gartenbesitzer. Der Maulwurf gilt als sensibles Tierchen. Laute Geräusche, unangenehme Gerüche sollen das empfindliche Wühltier aus dem Garten vertreiben.

Maulwürfe sind durch Artenschutz streng geschützt

Gemäß Bundesartenschutzverordnung § 1 Satz 1 sind sämtliche Maßnahmen verboten, mit denen man dem fleißigen Wühler in irgendeiner Form auf den Pelz rücken könnte. Dies gilt auch für sanfte Methoden, bei denen dem Säugetier kein Leid zugefügt wird.

Verboten ist es, …

  • einen Maulwurf zu töten.
  • den Säuger in irgendeiner Weise absichtlich zu stören.
  • Maulwurfkanäle mit dem Gartenschlauch zu fluten.
  • Gas in die Tunnel der grabenden Säugetiere einzubringen.
  • Silvesterböller in den Ausgang des Maulwurfhügels zu stecken und zu zünden.
  • die unliebsamen Gartenbewohner mit lauter Musik zu beschallen.
  • die gegrabenen Maulwurfgänge mit Erde zu verschließen.
  • frisch angelegte Maulwurfhügel zu zerstören.

Aber nicht nur solch drastische Maßnahmen, um Maulwürfen den Garaus zu machen, stellen strafbewährte Maßnahmen wegen einem Verstoß gegen den Artenschutz dar. Auch das vorsichtige Einfangen und Umsiedeln eines Maulwurfs ist nicht erlaubt.

Zwar werden im Internet viele Tipps verraten, wie man angeblich erfolgreich einen Maulwurf bekämpfen kann. Ebenso können Sie im Internet Maulwurffallen und technische Maulwurf-Abwehrsysteme kaufen. Diese funktionieren beispielsweise mit Ultraschall oder anderen Technologien. Jedoch ist fraglich, ob diese Hilfsmittel sich tatsächlich zur Maulwurfabwehr eignen – zudem verstoßen alle Methoden zur Maulwurfbekämpfung gegen den Artenschutz. Sie riskieren hohe Strafen, wenn man Sie dabei erwischt, dem Maulwurf im Garten das gesetzlich verbriefte, unbeschwerte Maulwurfleben zur Hölle zu machen.

Fazit: Hat ein Maulwurf sich dazu entschlossen, in Ihrem Garten zu wohnen, müssen Sie sich wohl oder übel mit dem Gartenbewohner arrangieren.

Maulwurf im Garten – die positiven Seiten

So schwer es fällt, wenn Sie auf die Maulwurfhügel in Ihrem Garten schauen: versuchen Sie, die positiven Seiten Ihres Gartenbewohners zu sehen und sich daran zu erfreuen. Davon gibt es einige!

Maulwürfe bevorzugen gesunde Gärten

Weder Gartenmauer noch Gartenzaun halten die unterirdisch lebenden Maulwürfe auf. Somit können sich die Säugetiere einen guten Platz zum Leben aussuchen. Maulwürfe bevorzugen gesunde und wenig ökologisch belastete Böden. Sie genießen es, wenn sie einen natürlichen Garten entdeckt haben, in dem sie ein reiches Nahrungsangebot vorfinden. Es ist also ein gutes Zeichen, wenn ein ein Maulwurf in Ihren Garten einzieht und er dort ein schönes Zuhause gefunden hat.

Maulwürfe vertilgen Schädlinge im Garten

Das nur wenige Zentimeter große und fast blinde Säugetier ist ein fleißiger Gräber, der dementsprechend viel Energie für seine Grabearbeiten im Garten benötigt. Er ist gefräßig und auf regelmäßige Nahrungsaufnahme angewiesen.

Keine Sorge. Maulwürfe machen sich nicht über Ihre Gartenpflanzen her. Sie fressen weder Obst, noch Gemüse oder Blumen. Fällt gelegentlich eine wichtiges Gartengewächs dem grabfreudigen Maulwurf zum Opfer, ist dies kein Grund, sich über den tierischen Gartenbewohner aufzuregen. Er hat es lediglich auf tierische Nahrung abgesehen.

Statt Maulwurf bekämpfen: Nützling im Garten akzeptieren

Auf dem Speiseplan des Maulwurfs stehen neben Würmern hauptsächlich viele Insektenarten und Larven, die als Schädlinge im Garten vorhanden sind. Der gefräßige Nützling verputzt sehr gerne die Larven von Maikäfern, die als erhebliche Schädlinge im Garten bekannt sind. Auch die Schädlingslarve der Wiesenschnake steht auf der Futterliste von Maulwürfen ganz weit oben. Übrigens sind auch diese Schädlinge wertvolle Indikatoren, dass Sie Ihren Garten natürlich und ohne schädliche Chemikalien bewirtschaften!

Maulwurf – natürlicher Fressfein von Schädlingen auf Nahrungssuche

Ein Maulwurf hilft ihnen also auf ganz natürliche Weise bei der Schädlingsbekämpfung. Im Bio-Garten sollte daher der gefräßige Wühler als willkommener Nützling im Garten betrachtet werden, der Sie beim biologisch-nachhaltigen Gärtnern kostenlos unterstützt.

Allerdings müssen die Wühltiere eine große Menge an Gartenerde umgraben, um regelmäßig ausreichend satt zu werden. Bekommt der Maulwurf 12 Stunden oder länger nicht ausreichend Nahrung, ist das fleißige Säugetier ernsthaft vom Hungertod bedroht. Er meint es nicht persönlich, wenn er ein um den anderen Maulwurfhügel hinterlässt und er will Sie auch nicht ärgern. Ihr emsiger Gartenhelfer ist lediglich unentwegt auf Futtersuche.

Anstatt den Maulwurf bekämpfen zu wollen, sollten Sie sich über dessen Hilfe im Garten freuen. Sehen Sie es dem Gartennützling nach, wenn gelegentlich auch mal eine Zierpflanze oder Nutzpflanze in einem Erdhügel versinkt oder in Schieflage gerät, weil der Maulwurftunnel direkt an der Wurzel der Pflanze vorbeiläuft.

Schädlinge, die sich über Ihre Gartenpflanzen hermachen, befinden sich selten in einem abgelegenen Gartenbereich, sondern dort, wo sie ein attraktives Nahrungsangebot vorfinden:

Wenn Sie sich das nächste Mal über den ein oder anderen Maulwurfhügel im Garten ärgern, erinnern Sie sich bitte daran, dass Ihr Gartenhelfer nicht nur fleißig am Umgraben ist, sondern für die Mühen der anstrengenden Gartenarbeit entsprechend viel Energie benötigt und sich zur Nahrungssuche durch die Gartenerde wühlen muss.

Hochwertige Maulwurferde für Ihre Pflanzen

Dort, wo sich ein Maulwurf niedergelassen hat und regelmäßig für Maulwurfhügel sorgt, dürfen Sie sich über besonders gute Erde freuen. Zwar stehen auf seinem Speiseplan auch Würmer, die bei uns Gärtnern besonders beliebt sind, weil sie die Bodenqualität deutlich verbessern.

Aber noch viel effizienter als Regenwürmer Sie bei der Auflockerung des Bodens unterstützen, tut es ein Maulwurf, der im Vergleich mit einem Regenwurm viel mehr Boden umgraben und auflockern kann.

Durch die unterirdische Graberei wird ihr Gartenboden bestens aufgelockert und Ihnen ein Großteil der Gartenarbeit abgenommen. Die aufgelockerte Erde weist eine tolle Qualität auf und fördert das Pflanzenwachstum.

Übrigens: Die aufgelockerte Erde älterer Maulwurfhügel können Sie verwenden, um damit Blumenkästen, Container oder Beete für Zier- und Nutzpflanzen aufzufüllen. Sie sehen, es gibt – abgesehen von den unschön anzusehenden Erdhaufen auf der Grünfläche – keinen Grund, den Maulwurf bekämpfen zu wollen. Außerdem steht dies nicht im Einklang mit dem Verständnis des umweltfreundlichen und nachhaltigen Gärtnerns.

Maulwurfplage – ein regionales Problem?

Ob und in welchem Ausmaß Ihr Garten von einem Maulwurf bewohnt und erobert wird, hängt vermutlich auch von Ihrem Wohnort und der Lage Ihres Gartens ab. Wir haben viele Jahre in der Ruhrpottmetropole Essen gelebt und waren äußert aktiv im Radsport, bei dem unzählige Fahrradtouren über Land führten. Dennoch haben wir dort nur wenig Maulwurfhügel entdeckt. Auch in Süddeutschland haben wir viele Ausflüge auf´s Land gemacht, ohne die erdigen Hinterlassenschaft der Säugetiere bewusst wahrgenommen zu haben.

Ganz anders im Nordosten Deutschlands. Auf landwirtschaftlich genutzten Feldern, in Vorgärten und in privaten Nutzgärten reihen sich dort teilweise unzählige Maulwürfhügel aneinander und bilden regelrechte Hügellandschaften. Es ist wirklich nachvollziehbar, wenn private Gärtner die Nase gestrichen voll haben und sich nichts sehnsüchtiger wünschen, als erfolgreich den Maulwurf bekämpfen und den Garten von Maulwurfhügeln befreien zu können.

Es scheint sich in der ehemaligen DDR kaum jemand über die zahlreichen Maulwurfhügel zu stören. Man nimmt sie mit aller erdenklichen Gelassenheit hin und lebt in friedlicher Koexistenz mit den grabfreudigen Säugetieren. Vielleicht deshalb, weil man im Osten der Republik darum weiß, das Maulwürfe die Bodenqualität verbessert und für eine ertragreiche Ernte mit großen Feldfrüchten und Gartenfrüchten sorgt.

Statt Maulwurf bekämpfen lieber Gartenarbeit verrichten

Bei der Gartenpflege kann und sollte gelassen mit dem Maulwurfproblem umgegangen werden, welches eigentlich kein Problem für ökologisch bewusste Hobbygärtner darstellt. Der Maulwurf sollte als wertvoller Nützling für umweltfreundliches Gärtnern angesehen und im Garten akzeptiert werden. Der Maulwurf im Garten ist ein Indikator für einen gesunden Gartenboden!

Wen juckt es schon, wenn hier und da ein Maulwurfhügel den sonst so gepflegten Rasen verunstaltet?!

Dennoch muss sich kein Hobbygärtner dazu verpflichtet fühlen, auf Gartenarbeit, Rasenpflege und Freizeit im Garten zu verzichten. Trotz einschränkendem Artenschutz ist es erlaubt, …

  • regelmäßig den Rasen zu mähen.
  • im Garten Musik zu hören.
  • die Gartengrünfläche ausgiebig zu wässern.
  • den Rasensprenkler zu betreiben.
  • handwerkliche Arbeiten im Garten zu verrichten.
  • das neue Regal für den Keller zusammen zu hämmern.
  • die Kinder im Garten umher toben zu lassen.
  • mit dem lauten Laubhäcksler Schnittabfälle wie Äste und Laubblätter zu häckseln.
  • die Grünfläche mit einem selbst angesetzten Sud zu düngen.

Solange Sie nicht nachweislich und aktiv den Versuch unternehmen, in ihrem Garten Maulwürfe bekämpfen zu wollen, geraten Sie auch nicht mit dem Artenschutz in Konflikt. Genießen Sie einzig und alleine die Gartenidylle und setzen Sie keine Anti-Maulwurf-Technik ein, haben Sie im Bezug auf die Bundesartenschutzverordnung § 1 Satz 1 nichts zu befürchten.

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