Winterfestes Gemüse anbauen im eigenen Garten

Winterfestes Gemüse

Wenn Sie nicht nur im Sommer, sondern auch im Spätherbst und Winter auf Selbstangebautes aus dem Garten zurückgreifen möchten, sollten Sie bereits im Frühjahr an winterfestes Gemüse denken. Zwar lassen sich nicht alle nachfolgend erwähnten Gemüsesorten bis tief in den Winter hinein ernten, doch sie zeichnen sich durch spätmögliche Erntetermine oder gute Lagereigenschaften aus bzw. lassen sich gut einkochen oder einfrieren. Dies macht es leicht, winterfestes Gemüse aus eigenem Anbau als vitaminreichen Wintervorrat einzuplanen.

Winterfeste Gemüsesorten für die späte Ernte

Damit Sie Ihren Nutzgarten zum Anbau von winterfestem Gemüse für Spätherbst und Winter nutzen können, haben wir die leckersten winterfesten Sorten für Sie ausgesucht und Ihnen einige Anpflanztipps sowie Tipps zur Lagerung und Verwendung winterfester Gemüsepflanzen zusammengetragen.

Karotte anpflanzen: Sie einfach lässt sich die winterfeste Gartenmöhre anbauen

Die Möhre (Daucus carota) ist ein Wurzelgemüse, das sich vielfach zum Zubereiten leckerer Gemüsegerichte und Salate verwenden lässt. Ebenfalls lässt sie sich zur Zubereitung von Rohkost nutzen. Von rund 25 Arten sind im mitteleuropäischen Raum lediglich zwei davon heimisch:

  • Wilde Möhre (Daucus carota subsp. carota)
  • Karotte (Daucus carota subsp. sativus)

Beide Gemüsesorten können im Frühjahr oder Herbst ausgesät und dementsprechend im Sommer oder im Spätherbst geerntet werden. Die späte Ernte lässt sich problemlos einlagern und bildet einen besonders vitaminreichen Gemüsevorrat.

Mohrrüben mögen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Vor der Aussaat wird der Boden gründlich vorbereitet. Dazu gehört das Entfernen von Unkraut, Wurzeln und Steinen sowie das sorgfältige Auflockern der Gartenerde. Auf Karotten wirkt sich wachstumsfördernd aus, wenn ein “falsches Saatbeet” bestellt wird. Nach der Bodenvorbereitung wird das Möhrenbeet ordentlich gewässert, damit das Unkraut schießt. Nach zwei Wochen steht Unkraut jäten des noch umbestellten Gemüsebeets auf dem Programm. Danach erfolgt eine weitere gründliche Auflockerung des Bodens mindestens 40 bis 50 Zentimeter tief.

Da die Beimischung von Kompost, Kalk und anderen Nährstofflieferanten bei der Möhre Wurzelfäule und Nematoden begünstigt, ist darauf zu verzichten. Alleinfalls eine geringe Zugabe von Hornspänen in den Boden kann erfolgen. Achten Sie beim Anbau von Möhren und Karotten auf Fruchtwechsel; dies hilft dabei, Krankheiten und Schädlingsbefall zu verhindern. Wird Ihr winterfestes Gemüse von Schnecken abgefressen, hilft ein Schneckenzaun. Das Überspannen mit einem Gemüseschutznetz hilft ebenfalls dabei, gefräßige Schnecken und Möhrenfliegen abzuwehren.

Bevor die Karottensamen bzw. Möhrensamen ausgebracht werden, sind die Sämereien zu wässern, um die Keimung zu fördern. Folgen Sie bei der Aussaat der Anweisung des Herstellers und berücksichtigen Sie den sortenabhängigen Pflanzabstand. Dies geht besonders leicht mit einem Saatband. Etwa nach 3 Wochen sind die Fortschritte der Keimung deutlich zu beobachten. Die Pflänzchen werden wiederholt ausgedünnt und benötigen regelmäßig eine kaliumhaltige Düngung und Bewässerung. Staunässe ist schädlich. Täglich sollte die Karottenpflanzen bzw. Möhrenpflanzen auf Schädlinge kontrolliert werden.

Möhren aus frühem Anbau sind je nach Pflanztermin ab Mitte/Ende Mai und im Juni fertig für die Ernte. Wurzeln, die ab Juli und August gesät wurden, stehen bis in den November im Garten. Durch Lagerung in einer einer Holzkiste und mit Sand bedeckt, ist das knackige Wurzelgemüse mehrere Monate haltbar.

Tipp: Wenn Sie dieses winterfeste Gemüse anpflanzen, setzen Sie zwischen die Kartottenpflanzen bzw. Möhrenpflanzen Zwiebeln und Lauch. Bei dieser Mischkultur hält der Geruch der Zwiebelpflanze oder der Lauchpflanze Schädlinge fern.

Karottengrün kann als Tierfutter z. B. für Hasen, Meerschweinchen und ähnliche Kleintiere verfüttert werden. Es schmeckt den Tieren auch als getrocknetes Winterfutter lecker.

Pastinaken anpflanzen – so einfach geht´s

Bei vielen winterfesten Gemüsesorten handelt es sich um Wurzelgemüse. So ist es bei der Pastinake ebenfalls, die im Übrigen sehr viel Ähnlichkeit mit der Karotte hat. Allerdings ist die weiße Gemüsepflanze nicht ganz so bekannt. Es lohnt sich definitiv, wenn Sie Pastinaken anpflanzen, denn hier haben wir es mit einem ausgesprochen winterfesten Gemüse zu tun. Das aromatische Wintergemüse wird ab Herbst bis in den Frühling geerntet und kann – falls erforderlich, auf die gleiche Weise eingelagert werden, wie die Möhre.

Eine sehr ausführliche Anleitung zum Anbau von Pastinaken haben wir auf Gartenblista gefunden. Deshalb empfehlen wir gerne den Ratgeber Pastinaken: Anbau, Pflege, Ernte und Lagerung des Gemüses.

Winterfestes Gemüse Topinambur anbauen

Topinambur ist eine ausgesprochen pflegeleichte winterfeste Gemüsesorte, die lecker im Geschmack ist und sich durch sehr gute Lagerfähigkeit als Wintergemüse beweist. Der oberirdisch wachsende Pflanzenteil erinnert an die Sonnenblume. Beide Gewächse gehören der selben Gattung an. Der am aufrecht wachsenden Stängel (bis 3 Meter Wuchshöhe) befindliche Blütenstand leuchtet mit gelben Blütenblättern, während sich unterirdisch essbare Wurzelknollen ausbilden. Topinambur Rhizomknollen werden auch als Süßkartoffel bezeichnet und weisen einen, der Kartoffel ähnlichen süßlichen Geschmack auf. Eine umfangreiche Rezeptsammlung mit Gerichten rund um die Topinamburpflanze gibt es zum Beispiel hier.

Der Anbau erfolgt wie bei Kartoffeln. Dabei ist nach der Pflanzung Unkrautbekämpfung erforderlich, bis das Laub der Topinambur sich ausgebreitet hat und Unkraut verdrängt. Durch die Entfernung der Blüte lässt sich der Ertragsgewinn steigern. Pro Quadratmeter Anbaufläche ist ein Ernteertrag von 2 bis 3 Kilogramm üblich. Das Wurzelgemüse ist beim Verbleib im Gartenboden frostfest, wodurch die Haupterntezeit zwischen November und März liegt. Anders als bei den vorigen winterfesten Gemüsesorten ist keine besondere Fruchtfolge zu beachten. Die Vermehrung erfolgt über Knollen, die bei der Ernte im Boden zurückgelassen werden.

Winterfestes Gemüse anbauen im eigenen Garten

Lauch anbauen: Ideal als Vorfrucht und Mischkulturpartner

Lauchgemüse geht immer – ob als Gemüse mit heller Sauce, in Suppen und Eintöpfen, in Gemüsepfannen oder auf Flammkuchen, um nur einige Verwendungsbeispiele für das vielseitige und winterfeste Gemüse zu erwähnen.

Lauch, der übrigens auch als Porree bezeichnet wird, gedeiht am besten auf einem Boden, der tiefgründig, humorös und feucht, aber nicht staunass ist. Am liebsten wachsen die Lauchstangen in Gartenboden, der im Hebst des Vorjahres mit Gründünger und im Frühjahr vor der Pflanzung mit Kompost vorbereitet wurde. Das stärkt das Gemüsewachstum und sorgt für eine reiche Gemüseernte. Weitere Ansprüche hat das gesunde Lauchgemüse nicht.

Porree kann schon zu Jahresbeginn im Gewächshaus vorkultiviert werden. Der Umzug ins Freiland-Gemüsebeet kann im Ende März passieren. Dabei sollte die Lauchzwiebel tief in die Erde gebracht werden, damit sich besonders lange Lauchstangen entwickeln. Die Erde ist anzuhäufen, nach der Pflanzung ist eine großzügige Wässerung ratsam. Für die späte Sorte Winterlauch erfolgt die Aussaat Ende Juli oder Anfang August. Auf eine Mischkultur oder Fruchtfolge mit anderen Lauch- und Zwiebelgewächsen ist zu verzichten.

Die Lauchpflanze benötigt in den heißen Sommermonaten eine großzügige Wässerung. Es kann sinnvoll sein, zu mulchen, um eine zu hohe Verdunstung des Gießwassers zu unterbinden.

Bei gleichzeitiger Pflanzung von

  • Sommerlauch
  • Herbstlauch
  • Winterlauch

können Sie fast ganzjährig Porree aus dem eigenen Garten ernten. Der winterfeste Porree ist von Oktober bis April erntefähig, da er Bodenfrost gut verträgt.

Falls trotz der möglichen Ernte im Winter eine Lagerung von Porree bzw. Lauch erforderlich ist: Das Wintergemüse hält sich im Kühlschrank, aber auch im kühlen Keller für mehrere Tage. Ebenfalls kann das Einlagern in einer Sandkiste die Frische des Gemüses bewahren. Eine weitere Alternative: Blanchierter Lauch lässt sich hervorragend einfrieren und sanft auftauen und erwärmen.

Sellerie anpflanzen – winterfestes Gemüse mit bester Lagerfähigkeit

Bei Sellerie wird unterschieden zwischen Stangensellerie, Knollensellerie und den beiden Sorten Schnittsellerie und Bleichsellerie. In diesem Abschnitt beziehen wir uns hauptsächlich auf den Knollensellerie, da er bei der Ernährung vielseitig Verwendung findet und uns immer wieder mit seinem einzigartig würzigen Aroma begeistert.

Das aromatische Wintergemüse ist ein Starkzehrer und benötigt einen fruchtbaren und nährstoffreichen Gartenboden. Dieser sollte sandig, humorös und lehmhaltig sein. Als Standort wünscht sich Sellerie ein sonniges, notfalls auch ein halbschattiges Plätzchen. Das Vorziehen ab Februar ist ratsam und kann auf Fensterbank oder im beheizten Gewächshaus erfolgen. Ideal ist dabei eine Temperatur von mindestens 15°C. Jungpflanzen sind durch Pikieren zu vereinzeln.

Die jungen Selleriepflanzen sind temperaturempfindlich und sollten erst nach den Frösten ins Freiland verbracht werden. Bei der Pflanzung ist darauf zu achten, dass die jungen Pflänzchen nicht zu tief und die Erde versenkt werden – Sellerie ist ein Flachwurzler. Vor der Pflanzung und danach muss der Boden regelmäßig aufgelockert werden. Das winterfeste Gemüse braucht reichlich Wasser; insbesondere von August bis Oktober ist der Wasserbedarf sehr hoch. Organischer und kalireicher Dünger sorgt für ein gutes Gedeihen. Die Düngung kann im Sommer und nochmal im Herbst erfolgen. Sellerie ist bis in den November erntereif – aber nur bis zu den ersten Frostnächten.

Die reifen Sellerieknollen können in einer mit Sand gefüllten Holzkiste eingelagert werden. Zuvor sind Blätter und Wurzeln zu entfernen. Keinesfalls sollten Sie die aromaintensiven Laubblätter der Selleriepflanze achtlos entsorgen.

  • Waschen Sie nach der Sellerieernte das grüne Blattwerk des Selleries.
  • Zupfen Sie die ledrigen Blätter vom Stängel.
  • Lassen Sie die Sellerieblätter etwas abtrocknen oder schleudern Sie die Blätter mit der Salatschleuder.
  • Frieren Sie die würdigen Sellerieglätter im Gefrierbeutel ein.

Bei Bedarf können Sie einige der würzigen Blätter in gefrorenem Zustand zum Würzen in Suppen und deftige Saucen geben. Die Sellerieblätter verleihen Speisen einen unglaublich guten Geschmack und eine tolle Frische!

Die Sellerieknolle lässt sich nach dem Putzen und Zerteilen zu einem köstlichen Selleriesalat oder einem aromatischen Selleriegemüse verarbeiten. Gewürfelter Sellerie ist ein phantastisches Suppengemüse und darf weder in Suppe noch ein Eintopf als Würzmittel und Gemüsebeilage fehlen.

Frischer Spinat aus dem eigenen Garten

Es gibt mehrere Spinatsorten, die unterteilt werden in frühe und späte Gemüsesorten sowie in Spinatsorten, die sich für den Anbau auf Terrasse und Balkon eignen (kleinwüchsiger Babyspinat). Beachten Sie, dass nur jene Sorten frostresistent sind, die diesbezüglich als solche ausgewiesen sind.

Für eine besonders üppige und anhaltende Spinaternte empfehlen wir die Pflanzung von mehreren Spinatpflanzen zu verschiedenen Zeitpunkten. Bei einer Anpflanzung für winterfestes Gemüse sind jene Spinat-Sorten zu wählen:

  • Celesta F1
  • Corvette F1
  • Gamma
  • Matador

Der Anbau von Spinat erfolgt über die Aussaat direkt ins Freiland. Da Spinat eine genügsame und pflegeleichte Gemüsepflanze ist, reicht einsonniger Standort oder ein Platz unter der Baumscheibe.

Spinat benötigt allenfalls Kaliumzufuhr, wenn der Boden eine eher schlechte und karge Qualität aufweist. Damit das vitaminreiche Gemüse ordentlich Blätter entwickelt, ist in der Wachsumtsphase eine regelmäßige und großzügige Wässerung anzuraten.

Das gesunde Wintergemüse wird nach Bedarf geerntet, wobei nur an frostfreien Tagen Spinatblätter abgeschnitten werden sollten, um die Mutterpflanze zu schonen.

Hier haben wir viele weitere Tipps zum Thema Wintergemüse pflanzen – mit Pflanztipps, Erntetipps sowie Tipps zu Lagerung und Verwendung des frisch geernteten Gemüses.

 

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