Ist Ihr Saatgut genrein?

Starten Sie gesund ins neue Gartenjahr

Als Gärtner möchte man in der Regel seinen Garten möglichst natürlich gestalten und auf Chemie verzichten. Aber denkt man auch an Saatgut, das genrein und somit nicht genetisch manipuliert ist? Warum Sie als Gartenbesitzer auf genreine Saat achten sollten, soll dieser Artikel erörtern.

Warum soll Saatgut genrein sein?

Dass Saatgut genrein sein sollte, hat mehrere Gründe. Der wohl wichtigste Grund dafür ist die Tatsache, dass nur so genetisch nicht manipulierte Pflanzen wachsen und dauerhaft erhalten bleiben können. Keinesfalls lässt sich vorhersagen, wie sich Pflanzen aus genmanipulierten Samen langfristig auf unsere Gesundheit, das menschliche Erbgut und die Umwelt auswirken werden. Zudem haben genetisch veränderte Pflanzen oder solche aus dem Reagenzglas oft den kapitalen Nachteil, dass sie nicht vom Gärtner vermehrt werden können bzw. sich durch die Natur vermehren lassen.

Es muss also immer künstlich bearbeitetes Saatgut gekauft werden, um daraus lediglich einmal ein Gewächs ziehen zu können. Genmanipulierter Samen bringt Pflanzen hervor, die nicht mehr über ihre natürlichen Eigenschaften verfügen. Entweder wurden ihnen natürliche Eigenschaften wegmanipuliert oder gewünschte Eigenschaften hinzugefügt. Bei Blumen mag dies eventuell noch dem eitlen Anspruch an Schönheit und Perfektion Rechnung tragen. Doch geht es um Obst, Gemüse und Salat, sollte jeder Gärtner strikt darauf achten, keine gengesteuerten Sorten zu verwenden.

Saatgut genrein kaufen

Es ist eine Vertrauenssache, wenn Gärtner Saatgut kaufen, das genrein ist. Denn es gibt keine praktikablen Möglichkeiten, festzustellen, woher die Samen stammen. Dennoch gibt es einige Shops, die mit Hinblick auf Sortenreinheit und nicht manipuliertes Saatgut eine derart vorbildliche Unternehmensphilosophie haben, dass man ihnen allergrößtes Vertrauen schenken kann. Solche Shops bieten darüber hinaus oft auch Pflanzen alter Sorten an, die bereits durch EU-Reglementierungen kaum noch erhältlich sind. Zwar dürfen diese gemäß diverser EU-Richtlinien nur noch als Zierpflanzen verwendet werden, jedoch sollte kein Gärtner diese wunderbaren Sorten in seinem Ziergarten meiden.

Saatgut genrein selbst vermehren

Bei den meisten natürlichen Pflanzen lässt sich das Saatgut ganz einfach selbst gewinnen. Damit es sortenrein und genrein bleibt, gibt es einige Tricks. Am Beispiel von Tomaten erklären wir, wie dies gelingt. Damit Sie sortenreines, genreines Saatgut gewinnen können, müssen Sie zunächst aus entsprechendem Samen Pflanzen ziehen.

Verwenden Sie dafür von jeder Sorte wenigstens zwei eigenständige Pflanzen, die Sie gut beschriften, um spätere Verwechslungen auszuschließen. Bevor Ihre Tomatenpflanzen Blüten tragen, zeigen erste Knospen an, wo später Blüten erscheinen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um einige die künftigen Blüten einzupacken, um vor einer Bestäubung durch Insekten zu schützen. Hierfür gibt es im Gartenfachmarkt kleine Beutel aus dichtem aber luft- und lichtdurchlässigem Gewebe. Diese Beutelchen legen Sie vorsichtig um die Blütenknospen und binden sie mit einem Bindfaden möglichst eng um den Stiel, so dass keine Insekten hineinschlüpfen können.

Sobald die Blütenknospen geöffnet sind und eigentlich Insekten die Bestäubung vornehmen würden, ist Ihre Arbeit als Bestäuber gefragt. Nehmen Sie unmittelbar vor der Bestäubung das Beutelchen ab, um mit einem Pinsel Blütenstaub von der Blüte aufzunehmen. Direkt danach verschließen Sie das Gewebebeutelchen wieder sorgfältig und betupfen Sie nun alle verpackten Blüten einer sortengleichen Tomatenpflanze. Diesen Vorgang wiederholen Sie nun mit allen verpackten Blüten. Um sortenrein zu bestäuben verwenden Sie pro Tomatensorte immer einen frischen Pinsel.

Wichtig ist, dass Sie immer Blüten mit Blütenstaub einer anderen Pflanze gleicher Sorte bestäuben, damit die Sortenreinheit erhalten bleibt. Alle isoliert eingepackten Blüten müssen sofort wieder achtsam eingepackt werden, damit im Weiteren keine unbeabsichtigte Insektenbestäubung erfolgt. Die von Ihnen bestäubten Blüten müssen so lange im Gewebe isoliert bleiben, bis sich aus der Tomatenblüte eine Frucht entwickelt hat.

Erst dann ist es an der Zeit, das Beutelchen zu entfernen und die Tomatenfrucht mit einem Faden zu markieren, um sie später nicht zu verwechseln. Bevor Sie aus den handbestäubten Früchten die Samen gewinnen, sollte die Frucht zunächst gut reifen. Die Samen werden dann auch der aufgeschnittenen Tomate gewonnen, getrocknet und beschriftet. So können Sie daraus im nächsten Gartenjahr neue, genetisch saubere und sortenreine Tomatenpflanzen ziehen.

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