Jugendstil – florale Formensprache

Die florale Formensprache, die an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert die Modernisierung Europas einläutete, prägt auch heute noch viele Stadtbilder mit dem Jugendstil, der ebenfalls als Art nouveau bezeichnet wird. Zahlreiche öffentliche Gebäude und historische Bauten tragen die kennzeichnenden Merkmale des Jugendstils. So zum Beispiel das Stadttheater Bielefeld, die Elisabethhalle in Aachen, die Hoffnungskirche in Pankow oder das Cottbusser Staatstheater am Schillerplatz.

Nicht nur an öffentlichen Gebäuden und Bestandsgebäuden beeindruckt der Jugendstil mit seinen typischen Kennzeichen, sondern auch Neubauten greifen diese Stilrichtung gerne auf, denn die typischen Elemente des Jugendstils faszinieren mit zeitloser Schönheit und lassen sich geschmackvoll integrieren. Bekannt sind auch die wunderschönen Jugendstilvillen, die aneinandergereiht beispielsweise in Mainz ganze Stadtteile bilden. Ebenso prägt dieser architektonische Stil die Stadt München.

Formschöne Elemente mit Jugendstil

Charakteristisch für den Jugendstil sind auffällige, in den Vordergrund tretende geschwungene Linien einhergehend mit floralen Ornamenten, die flächendeckend eingesetzt werden. Aus den Einzelelementen bilden sich harmonische Symmetrien, die Kunst und Leben auf äußerst geschmackvolle Weise miteinander verbindet. Dächer, Hausfassaden, Säulen, Zäune, Geländer, Leuchten und vieles andere mehr lassen sich formvollendet im Jugendstil gestalten, um Gebäude und Garten in ein anspruchsvolles Gesamtkunstwerk zu vereinen.

Im Schloß Veldenz in Armsheim ist in einer großen Ausstellung der facettenreiche Jugendstil zu besichtigen, der den klassischen Metallbau in schönstem Ambiente darbietet und Anhängern des Jugendstils ermöglichst, die Fertigung maßgeschneiderter Jugendstil-Elemente in Auftrag zu geben. Wunderschöne Säulen, Wendeltreppen, Brüstungsgitter bis hin zu Zäunen und historischen Leuchten in klassischem Stil werden in kunstvoll in die Moderne integriert. Individualität und Vielfalt sind Kern der großen Ausstellung im Schloß Veldenz.

Die Materialien des Jugendstils

Sandstein, Glas, Eisen und Stahl sind die Materialien, die den Jugendstil prägen, bei dem kein dekoratives Element dem Zufall überlassen wird. Funktionalität und Design bilden eine harmoniegeprägte Einheit, die unterschiedliche Materialien und Farben kunstvoll miteinander vereint. Diese Vielfältigkeit an Farben und Materialien erlaubte seinerzeit immensen Raum für schwungvolle Verzierungen, wie der Artikel „Jugendstil in der Architektur“ zeigt.

Jugendstil, Haus & Garten: Die perfekte Symbiose

Der Jugendstil als neue Art des Wohnens beeinflusst nicht nur Kunst und Architektur, sondern ist auch bei der Gartengestaltung nicht wegzudenken.

„Die ‚Natur als Vorbild‘ drückt sich auch in der Formensprache aus: Geschwungene, fließende Linien wie bei vielen Pflanzen stehen im Vordergrund.“

Quelle: http://www.kunstwissen.de/fach/f-kuns/philo/8b.htm

Außenfassaden, Grundstücksumzäunung und Lichtplanung rund um Haus und Garten bieten ideale Gestaltungsmöglichkeiten, um die Charakteristik Jugendstil mit seiner schlichten, doch lebendigen Schönheit aufzugreifen. Insbesondere die Villen, die in den Anfängen des Jugendstils von diesem geprägt waren, boten mit ihren großen Gärten umfangreichen Spielraum für die einheitliche Gestaltung im Jugendstil.

„Jeder Architekt hält es für seine Pflicht, den Garten mit dem Haus gemeinsam zu entwerfen“,

wußte auch schon Hermann Muthesius, Kulturattaché in England, der ab 1904 in Berlin als Architekt tätig war und den Jugendstil maßgeblich in seiner Etablierung protegierte. Und deshalb endet der Jugendstil nicht an Hausfassade und Gartenzaun, sondern setzt sich auch in der gesamten Gartendekoration fort.

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