Weinrebe für den Garten

Weinrebe – der botanische Allrounder im Garten

Die Weinrebe ist eine wunderschöne Zierpflanze im Garten oder als Begrünung verschiedener Bereiche rund um das Haus. Die Weinpflanze darf zu Recht als botanischer Allrounder bezeichnet werden, da sie zahlreiche positive Eigenschaften in sich vereint. Welche das sind, welche Ansprüche Weinreben an den Gärtner stellen und welche Pflege Wein braucht, können Sie in unserem Ratgeber erfahren.

Weinrebe für den Garten

Weinrebe mit reifen Früchten eine Zierde für den Garten

Weinrebe – der botanische Allrounder im Garten

Die Weinrebe zählt zu den Kletterpflanzen, die mit dichtem und formschönen Laub heranwächst und zudem leckere Früchte ausbildet. Je nach Sorte kann der Rebstock bis zu 20 Meter Wuchshöhe erreichen. Ihre gezähnten, herzförmigen Blätter sehen fantastisch aus und sobald die Weinrebe ihre Früchte ausbildet, sorgt der Wein mit seinem schönen Aussehen unweigerlich für Aufsehen. Abhängig von der Weinsorte sind die Beerenfrüchte, die in großen Trauben heranwachsen gelblich, grün, dunkelblau oder violett gefärbt.

Dieses optische Erscheinungsbild der Weinrebe macht sie zu einer rundum beliebten Zierpflanze für den Garten, die vielseitig eingesetzt wird:

  • Tafeltrauben werden direkt im Garten genascht oder in der Küche verwendet.
  • Weinreben werden zur Hauswandbegrünung eingesetzt.
  • Wein sorgt bei Hauswänden mit Südseite für Abkühlung des Raumklimas.
  • Garage, Pavillon oder Pergola werden mit Wein verziert.
  • Rebstöcke werden als Sichtschutz in den Garten integriert.
  • Zäune, Mauern, Torbögen werden mit Weinranken kaschiert.
  • Fahrzeug-Unterstände und Müllboxen lassen sich mit Weinranken verschönern.

Die Gestaltungsmöglichkeiten mit Weinreben sind einfach klasse. Noch dazu kann das frische Obst im Spätsommer bis in den Herbst hinein geerntet werden, um es entweder als Obst pur zu essen, die Trauben zu Rosinen zu trocknen oder aus den Beerenfrüchten Marmelade oder Traubensaft herzustellen. Weinbeeren sollten grundsätzlich bei Bedarf und in reifem Zustand geerntet werden, da sie nach der Weinlese nicht nachreifen.

Standort und Bodenqualität für Weinreben

Wein benötigt einen nährstoffreichen Boden und gehört zu den sonnenliebenden Pflanzen, die windanfällig sind. Umso mehr Sonne der Standort der Weinrebe bietet, desto süßer werden die Trauben. Im Weinbau werden Trauben fast ausschließlich in Hanglage in Weinbergen angebaut. Die Hanglage des Wingerts versorgt so jede einzelne Pflanze mit viel Sonne, wodurch eine höhere Oechsle Zahl erreicht wird. Perfekt ist ein Temperaturbereich von 25 bis 28 °C in Verbindung mit einer Lichtmenge von 20.000 Lux. Wichtig ist es, Staunässe konsequent zu vermeiden (Drainage!). Die Weinpflanze liebt zudem einen Boden, der sich schnell und ordentlich erwärmt. Nicht nur die Blätter brauchen daher einen Platz an der Sonne, sondern auch der untere Stamm der Rebe. Beim Einpflanzen des Ballens wird der Erde Stallmist oder Humus hinzugegeben. Der Pflanzabstand sollte 3 Meter nicht unterschreiten.

Rankgerüst für Weinreben

Als Rankpflanze benötigt Wein zwingend ein Rankgerüst, das stabil genug ist, die stattliche Rebe mit ihren schweren Trauben zu tragen. Der Rebstock kann frei im Garten aufgestellt oder in Reihen platziert werden. Das Rankgitter kann an der Hauswand, an der Garage oder an Pergola und Pavillon angebracht werden, um den Wein zur Begrünung zu nutzen. Umso höher der Wein ranken darf, desto wichtiger wird eine solide Befestigung für das Rankgerüst. Ein Rank-System, das ist in der Hauswand fest verankert wird, sollte bei großen Pflanzen genutzt werden. Das Wachstum der Rebe sollte regelmäßig kontrolliert werden, da es sich um eine Rankpflanze handelt, die sich um Dachkännel und andere Bausubstanzen windet.

Für kleinere Weinreben bieten sich Stäbe, Gitter und Drähte als Rankhilfe an. Der Rosenbogen kann ebenfalls stilvoll mit der Weinrebe umrankt werden. Bei kleinen Reben muss ebenfalls darauf geachtet werden, dass die gewählte Rankhilfe der Rankpflanze stabilen Halt gibt.

Welche Pflege braucht die Weinrebe?

Nach dem Einpflanzen braucht der Wein regelmäßige Wässerung, die nicht zu häufig erfolgen darf. Im zweiten Jahr wird der kräftige Haupttrieb ausgewählt und an das Rankgerüst gebunden. Seitliche Triebe werden eingekürzt. Auch in den Folgejahren werden überschüssige Weintriebe entfernt. Durch das Ausdünnen des Laubes wird sichergestellt, dass die fruchttragenden Äste reichlich Sonne erhalten.

Weinrebe im Wingert

Weinrebe im Weinberg erzogen

Rebenerziehung für bessere Trauben

Reben werden erzogen. Dabei handelt es sich um Maßnahmen, die einem konsequenten Stockaufbau entsprechen und über mehrere Jahre betrieben werden. Zur Rebenerziehung gehören regelmäßige Rebanschnitte, um einen kräftigen Haupttrieb zu ziehen. Ältere Weinreben werden an einen dicken Rebenstamm gebunden, wodurch das Holz des Stamms geschont wird.

Durch die Erziehung der Reben werden Qualität und Quantität der Trauben beeinflusst. Werden Reben an ein Spalier gebunden, bezeichnet man dies als Spaliererziehung. Auch das Binden an einen Drahtrahmen wird als Spaliererziehung bezeichnet. Die Rebenerziehung ist ein komplexes Themenfeld und darum vorrangig im Weinbau präsent. In privaten Gärten ist jedoch eine regelmäßige Nährstoffzufuhr durch organischen und mineralischen Dünger erforderlich.

Krankheiten & Schädlinge

Wein ist diversen Schädlingen und Krankheiten ausgesetzt. Verschiedene Vogelarten machen sich gerne über die süßen Früchte her. Ein Vogelabwehrnetz kann hilfreich sein. Zu den Schädlingen zählen z. B. Schadmilbe, Maikäfer, Schildlaus, Wespe und Reblaus. Als häufig vorkommende Krankheiten sind z. B. Peronospora, Schwarzfäule, Wurzelfäule sowie diverse Pilzerkrankungen zu erwähnen. Doch die Anfälligkeit der Rebe sollte Sie keinesfalls davon abhalten, die Weinrebe in Ihren Garten zu holen. Wenn Sie sich für Hybrid-Reben entscheiden, erhalten Sie robuste und starke Reben, die weniger anfällig und daher auch für unerfahrene Weingärtner geeignet sind.

Die Weinlese – so werden Trauben geerntet

Im Weinbau wird die Ernte der reifen Trauben als Weinlese oder Traubenlese bezeichnet. Es werden nur jene Trauben von der Rebe genommen, die bereits reif sind. Noch unreife Weintrauben verbleiben an der Rebe, um nachzureifen. Geerntete Weintrauben reifen nicht mehr nach und bleiben sauer, wenn sie zu früh gelesen wurden. Die Lese erfolgt mit einer scharfen Gartenschere. Es werden immer vollständige Trauben, aber keine einzelnen Beeren gelesen.

Verwendung der Traube

Die aromatische Beere wird im Weinanbau kultiviert, um daraus Traubensaft, vor allem aber Wein herzustellen. Gute Weine gibt es fast überall auf der Welt, doch zahlreiche Weintrinker bevorzugen Weine aus bestimmten Anbauregionen bzw. Anbauländern. Der Geschmack der Traube wird durch Klima und Bodenzusammensetzung bestimmt.

Möchten Sie die Trauben aus Ihrem Privatgarten nutzen, können Sie das Obst direkt frisch gelesen naschen oder damit

  • schokolierte Trauben
  • Dörrobst (Rosinen)
  • Obstsalat
  • Kuchen
  • frisch gepresster Traubensaft
  • Marmelade
  • Gelee

und viele andere Köstlichkeiten zubereiten. Die süßen Weintrauben schmecken sehr lecker mit Salzigem und Herzhaftem. Die Fruchtbeeren können zu Käse, salzigem Knabbergebäck gereicht werden.

Zahlreiche Rebsorten

Wie im Weinbau gibt es auch für den privaten Garten zahlreiche Rebsorten. Insgesamt sind weltweit mehrere Tausend Rebsorten bekannt; rund 2.500 Sorten sind für den Weinbau zugelassen. Die Unterschiede einzelner Sorten beziehen sich beispielsweise auf

  • Anbaugebiet & Hauptanbauländer
  • Wachstum
  • Geschmack
  • Süße / Säure
  • kernlose Traubensorten / Trauben mit Kernen
  • Traubenfarbe
  • Anbaugebiet
  • Zeitpunkt der Traubenreife
  • Verwendungszweck der angebauten Trauben

An die Tafeltraube, die vornehmlich als Obst in den Lebensmittelhandel kommt, werden natürlich andere Ansprüche gestellt, als an die Weintraube, die für einen guten Tropfen weiterverarbeitet wird.

Für den privaten Anbau von Tafeltrauben eignen sich Traubensorten wie Venus, Palatina, Birstaler Muskat, Muscat Bleu, die pilzresistenten Sorten Vitis Romulus und Lakemont. Vitis Nero ist eine äußerst robuste Weinsorte, die keinen Pflanzenschutz benötigt und trotzdem prächtig gedeiht.

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