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Unterpflanzung für Bäume

Die Fläche unterhalb von Bäumen wird aus unterschiedlichen Gründen gerne zum Bepflanzen genutzt; allerdings müssen bei der Unterpflanzung für Bäume wichtige Aspekte berücksichtigt werden, damit Baum und Unterpflanzung zusammen am gleichen Standort prächtig gedeihen. Die Unterpflanze im Bereich der sogenannten Baumscheibe sollte stets mit Blick auf Baumart sowie konkrete Standortbedingungen ausgewählt werden, sonst kann es zu Wurzelkonkurrenz und Verdrängung kommen. Umso älter der Baum am Standort ist, desto schwieriger wird es jedoch, eine geeignete Pflanze für die zusätzliche Begrünung auszuwählen, da sich je nach Baumart die Wurzeln bereits massiv ausgebreitet haben können.

Kann man Rasen unter Bäume pflanzen?

Die vermeintlich einfachste Art der Unterpflanzung von Bäumen ist das Aussäen von Gras. Doch nicht immer lässt sich Rasen erfolgreich unter einem Baum ansiedeln. Zwar gibt es Rasensorten, die auch im Baumschatten an sich gut gedeihen könnten. Doch oftmals mangelt es im Baumschatten aufgrund einer dichtgewachsenen Baumkrone an Wasserversorgung oder diese ist zwar gewährleistet, doch das häufig erforderliche Rasenmähen im Bereich der Baumkrone schädigt den Baum, ebenso, wie das erforderliche Vertikutieren der Grünfläche.

Welche Pflanzen eignen sich zum Unterpflanzen von Bäumen?

Es kommen viele Pflanzen in Betracht, jedoch muss immer einzelfallabhängig abgewogen werden, welche Unterpflanze am Standort mit den vorherrschenden Bedingungen zurecht kommt. Generell kommen für das Unterpflanzen der Baumscheibe zahlreiche Gewächse dieser Arten in Frage:

  • Gehölze
  • Stauden
  • Gräser
  • Zwiebelblumen
  • Bodendecker

Nicht immer lässt sich die Wunschpflanze unter einem Baum ansiedeln, so dass nach einer akzeptablen Alternative zur Baumunterpflanzung gesucht werden muss.

Wovon hängt es ab, welche Pflanze unter einem Baum gedeiht?

Lichtverhältnisse und Wurzelbildung beider Pflanzenarten sind die Hauptfaktoren, die über Erfolg und Misserfolg bei der Unterpflanzung von Bäumen maßgeblich entscheiden. Wenn es sich bei dem am Standort vorhandenen Baum um eine Baumart mit oberflächlich sich weit verbreitendem Wurzelwerk handelt, kommen als Unterpflanzen nur Flachwurzler in Betracht, da neue Pflanzen kaum eine Chance haben, sich in Konkurrenz mit den Baumwurzeln tief zu verwurzeln. Bei Bäumen, die sich vornehmlich in die Tiefe verwurzeln, lassen sich auch Pflanzen in Baumnähe ansiedeln, die mehr Raum für die Wurzelbildung benötigen.

Natürlich müssen bei der Unterpflanzung von Bäumen auch die Lichtverhältnisse für die Unterpflanze geeignet sein. Unterhalb eines Baumes herrscht je nach Baumkrone und Baumgröße Halbschatten oder Vollschatten. Bei Bäumen mit ausladender und dichter Baumkrone (z. B. Buche, Rosskastanie) fällt der Schatten als großer Kegel um den Baum und auf den Standort fällt kaum oder gar kein Sonnenlicht. Mitunter kann der Boden ebenfalls sehr karg sein, wenn der Baum der Erde Mineralstoffe und Nährstoffe entzieht und das Erdreich aufgrund der dichten Baumkrone auch noch sehr trocken ist. In solchen Fällen muss die Unterpflanze mit diesen kargen Lichtverhältnissen auskommen und ebenso mit den kargen Bodenverhältnissen.

Welche Bäume sind Tiefwurzler, Flachwurzler & Herzwurzler?

Kiefer und Lärche zählen zu den Baumarten, die ihr Wurzelwerk in die Tiefe ausbilden. Sie sind daher relativ leicht unterpflanzbar. Dies trifft auch auf nachfolgende Baumsorten zu:

  • Eberesche
  • Linde
  • Eiche
  • Obstbäume (Apfelbaum, Kirschbaum, Pflaumenbaum)

Anders jedoch die Baumsorten Fichte und Birke. Beide Bäume sind Flachwurzler und bilden im Erdreich einen regelrechten Wurzelfilz aus. Dies trifft auch auf Tanne, Spitz-Ahorn sowie Magnolie und Haselnuss zu. Hinzu kommt die dritte Variante der Herzwurzler, bei denen das Wurzelwerk zwar auch flach verläuft, aber keine so dichte Verzweigung wie bei den Flachwurzlern mit ausgeprägtem Wurzelfilz erfolgt. Ein Beispiel hierfür ist der Trompetenbaum. Ebenfalls als leicht zu unterpflanzend gelten Vogelbeere, Feld-Ahorn, Eibe, Linde sowie Apfeldorn. Geeignete Ziergräser, Farne, Stauden und kleinere Gehölze können in Gemeinschaft mit diesen Bäumen sehr gut gedeihen, da die Pflanzen kaum Wurzelkonkurrenz bilden und die Versorgung mit Licht, Wasser und Nährstoffen passt.

In fast allen Fällen ist eine Unterpflanzung der Bäume möglich, es kann aber je nach Situation erforderlich sein, tief in die gärtnerische Trickkiste zu greifen, damit das Unterpflanzen gelingt. Im Laufe dieses umfangreichen Ratgebers haben wir noch einigeTipps, worauf beim Bearbeiten der Baumscheibe zu achten ist und wie man bei unbepflanzbarer Baumscheibe mit der Pflanztopf-Methode doch für attraktive Unterpflanzung sorgen kann.

Geeignete Pflanzen für das Unterpflanzen der Bäume

Nachfolgend geben wir viele Beispiele, welche Pflanzenarten unterhalb von Bäumen bei diversen Standortbedingungen gedeihen.

Unterpflanzung der Baumscheibe bei lichtdurchlässiger Baumkrone

An Standorten, wo durch die Baumkrone genug Licht auf den Boden fällt, gedeihen beispielsweise Frühblüher sehr gut. Dazu zählen nachfolgende Zwiebelgewächse:

  • Tulpe
  • Narzisse
  • Schneeglöckchen
  • Traubenhyazinthe

Pflanzen, die mit schattigem Standort gut zurecht kommen

Fällt nur noch wenig Licht durch die Krone des Baumes, eigenen sich diese Gewächse:

  • Waldmeister
  • Maiglöckchen
  • Haselwurz
  • Spindelstrauch
  • Ajuga

Am schattigen und trockenen Standort bieten sich zur Unterpflanzung von Bäumen auch diese Früchte an, die oft auch im Wald unter Bäumen anzutreffen sind:

  • Walderdbeere
  • wilde Himbeere
  • Brombeere
  • Blaubeere

Schattentaugliche Pflanze bei Baumkrone mit großem Durchmesser

Zur Unterpflanzung von Bäumen mit umfangreicher Baumkrone lassen sich diese weitestgehend anspruchslosen und robusten Pflanzen meist gut verwenden, da sie zumeist auch einen eher geringen Wasserbedarf haben:

  • Farne (wie sie auch im Wald vorkommen)
  • Ziergräser
  • Waldaster
  • Golderdbeere
  • Ramblerrose
  • Brauner Storchschnabel
  • Balkan-Storchschnabel
  • Kleines Immergrün
  • Blaues Immergrün
  • Elfenblume
  • Bunte Japan-Segne
  • Teppichmistel

Begrünung der Baumscheibe bei hochwachsenden Bäumen mit trockener Erde

  • Stechpalme
  • Kirschlorbeer
  • Schneebeeren
  • Efeu

Begrünung der Baumscheibe im Schatten mit feuchtem Grund

Wirft der Baum zwar Schatten, aber der Bodengrund bietet einigermaßen Feuchtigkeit, fühlen sich diese Pflanzen, Schattengräser und Gehölze wohl:

  • Purpurglöckchen
  • Blaues Immergrün
  • Bergenie
  • Astilbe
  • Nelkenwurz
  • Sterndolde
  • Wald-Schmiele
  • Gefleckte Taubnessel
  • Salomonsiegel
  • Frühlings-Platterbsen
  • Japan-Goldbandgras
  • Buchsbaum
  • Mahonie

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Unterpflanzung und worauf muss geachtet werden?

Idealerweise wird die Unterpflanzung von Bäumen in den Herbst gelegt, wenn die Bäume das Wachstum eingestellt haben und dem Boden nur noch wenig Nährstoffe und Wasser entziehen. Werden Stauden und Gehölze im Herbst gepflanzt, haben sie noch ausreichend Zeit, um vor dem Winter sich ausreichend zu verwurzeln.

Generell kann Herbstlaub auf der Baumscheibe liegen bleiben, allerdings ist es notwendig, das Laub bestimmter Pflanzen gründlich zu entfernen, da sie das Anpflanzen neuer Gewächse sonst hemmen können. Dazu zählt etwa Eichenlaub, Walnusslaub und Nadelstreu, das den Boden übersäuert.

Stauden in stark verwurzelten Boden setzen

Bäume, die im oberen Erdbereich stark verwurzelt sind, können mit waldtypischen Stauden unterpflanzt werden. Zunächst muss der richtige Standort im Bereich der Baumwurzel gesucht werden. Dazu sollte auf den Spaten verzichtet werden; stattdessen ist es besser, die Erde nur leicht aufzulockern, um die Wurzeln des Baumes nicht zu verletzen. Beim Anpflanzen sollten innerhalb der Baumscheibe Lücken gesucht werden, an denen die Baumwurzeln nicht ganz so verdichtet sind. Dort haben die neuen Stauden gute Chancen, sich gegen das Wurzelgeflecht durchsetzen und sich eigenen Raum nehmen zu können. Bei der Suche nach solchen Wurzellücken muss vorsichtig vorgegangen werden, um die Baumwurzeln nicht zu beschädigen. Geeignete Stellen sollten mit einer Markierung versehen werden.

Bevor die Pflanzlöcher ausgehoben werden, wird Anpflanzende oder Laubkompost in einer Schicht von etwa 3 Zentimeter auf das Grabloch gefüllt. Dadurch wird sichergestellt, nicht allzu tief zu graben und die Baumwurzeln zu verletzen. Die neue Staudenpflanze wird während der Bodenvorbereitung mit dem Wurzelballen im Wassereimer aufbewahrt und erst in das Erdloch gesetzt, wenn keine Luftblasen mehr im Wasser aufsteigen.

Bei zu dichtem Wurzelwerk kann das Aufschütten mit Kompost oder Pflanzerde erforderlich sein. Auf Auflockern und Graben in der Baumscheibe kann dann vollständig verzichtet werden, weil eine Schicht von etwa 15 bis 20 cm auf den Bodengrund aufgefüllt wird. Auch dabei gilt: Abstand von 30 Zentimetern zwischen Füllmaterial und Baumstamm einhalten.

Empfindliche Baumscheibe bei Flachwurzlern

Besonders bei flachverwurzelnden Bäumen sollte häufiges Bearbeiten der Baumscheibe vermieden werden, da alle Arbeiten unterhalb der Baumkrone den Baum schwächen können. Nach dem Einpflanzen von Stauden, Farnen, Immergrün und anderen Gewächsen ist es daher wichtig, die Baumscheibe reichlich zu Wässern und mit Rindenmulch den Boden anzureichern. Eine ca. 5 Zentimeter dicke Schicht mit Rindenmulch verhindert das schnelle Verdunsten des Wassers und reichert den Boden gleichzeitig mit elementaren Nährstoffen. Beim Aufschütten mit gehäckselter Baumrinde sollte rund um den Baumstamm ein Abstand von 30 Zentimetern eingehalten werden, um Fäulnis am Stamm zu verhindern.

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